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Tipp: Benutzen Sie beim Schwimmen im Meer eine Taucherbrille (Foto: Rockwell branding agency/pexels.com).
Tipp: Benutzen Sie beim Schwimmen im Meer eine Taucherbrille (Foto: Rockwell branding agency/pexels.com).

Wie gefährlich sind Haie?

„Ist der Hai ein gnadenloser Killer?“ – eine Frage, die Dr. Mag. Daniel Abed-Navandi oft gestellt wird. Der Meeresbiologe ist Haispezialist und Aquarienkurator sowie stv. Direktor im Haus des Meeres in Wien. Er gibt uns Einblick in die faszinierende Welt dieses Tieres. „Tatsächlich sind Haiangriffe auf Menschen extrem selten. Weltweit sterben pro Jahr durchschnittlich weniger als zehn Menschen, knapp hundert werden gebissen, überleben aber.

Vier Arten sind es, die gefährlich werden können: Der Weiße Hai, Tigerhai, Weißspitzen- Hochseehai und Bullenhai. Sie erreichen mehr als 2,5 Meter Länge und wiegen weit über 100 Kilo. Ihr Maul ist so groß, dass ein Menschenkopf hineinpasst. Aber unser Körper ist nicht wirklich attraktiv für sie. Er enthält wenig Fett, dafür aber viele Knochen, und unser Bewegungsmuster passt nicht in ihr Jagdschema. So entstehen die meisten Zwischenfälle, wenn etwa ein Surfer aus dem Blickwinkel des Haies wie eine Robbe aussieht, oder Taucher sich falsch verhalten. Tipp: Benutzen Sie beim Schwimmen im Meer eine Taucherbrille, da Sie bei einer Haibegegnung die Bewegungen des Tieres frühzeitig richtig einschätzen können. Ein Hai braucht bis zu 15 Minuten, um den ersten Biss zu setzen. Gehen Sie bei einem Zusammentreffen langsam auf Abstand.

Haie sind hochentwickelte Sinneswesen. Sie können elektrische Felder wahrnehmen, Druckveränderungen spüren und Blut in kleinsten Konzentrationen riechen. Diese Fähigkeiten machen sie zu effizienten Jägern, aber nicht zu aggressiven Monstern. Von den bekannten 500 Arten kommen nur wenige in Küstennähe vor. Bis in die 1970er-Jahre gab es regelmäßig Weiße Haie in der Nord-Adria. Sie folgten den Schiffen und fanden Beute unter den Thunfischen und Walen.

Essenziell fürs Ökosystem

Der Hai gehört zu einer sehr gefährdeten Art. Jährlich sterben bis zu 100 Millionen von ihnen durch Fischerei, Beifang und dem sogenannten Finning, bei dem nur die Flossen verwertet werden. Viele Arten wachsen langsam, werden spät geschlechtsreif, haben eine lange Tragezeit und bekommen zudem wenige Junge. So sind sie heute akut bedroht. Dabei spielen Haie eine entscheidende Rolle im Ökosystem der Meere. Als Spitzenprädatoren halten sie die Anzahl der Beutetiere in einem gesunden Gleichgewicht. Sie sorgen dafür dass sich Krankheiten nicht ausbreiten, indem sie erkrankte oder schwache Tiere zuerst fressen. Ein Meer ohne Haie möchte ich mir nicht vorstellen, denn dann kann das gesamte Gewässer „kippen“. Ohne sie kollabieren oft Riffe und Fischbestände, was auch die Ernährung des Menschen beeinträchtigt. Der Hai ist kein blutrünstiger Killer, sondern ein evolutionär perfektioniertes Tier, das seit über 400 Millionen Jahren die Ozeane bevölkert.“

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