Wenn echte Fleischtiger und vegane Gemüsefans an einem Tisch Platz nehmen, Gluten und Laktose problematisch sind, religiöse Essgebote berücksichtig werden müssen und auch die Nachhaltigkeit und Originalität nicht zu kurz kommen soll, dann bedarf es wirklich guter Ideen, um alle gleichermaßen gut zu bekochen. Und lukullisch zu beglücken.
Traditionen zu wahren, Präferenzen der Gäste zu beachten, Nachhaltigkeit immer mitzudenken und schließlich auch beim Genuss keine Abstriche zu machen, verlangt zugegebenermaßen etwas Improvisation und Können. Belohnt wird man jedoch mit so manch erweitertem Geschmackshorizont und womöglich einem neuen Lieblingsrezept.
Auch, wenn das Internet eine Vielzahl an Anleitungen bietet, wie man etwas ohne etwas, oder etwas mit etwas machen kann, bedarf es einiger Recherche. Und nicht immer ist man dann mit den notwendigen Zutaten vertraut oder sind diese im Supermarkt um die Ecke erhältlich. Generell sollte man somit für alle Vorbereitungen ausreichend Zeit einplanen und idealerweise einen Probelauf machen.
Ein Winter wie damals
Für viele Menschen ist gelebter Klimaschutz ein Gebot der Stunde. Auch Festtagsmenüs sollten da keine Ausnahme sein, um mit bestem Gewissen zu genießen. Statt weitgereistem Fisch und halbreifen Erdbeeren aus dem beheizten Folientunnel bieten regional erzeugte Lebensmittel das Beste der Saison und sind wieder in. Man denke dabei auch an früher, als es weder Supermärkte noch Onlinehandel gab und wahre Köstlichkeit aus einfachen Zutaten gemacht wurden, die selbst oder lokal erzeugt wurden. Zu den Festtagen gab es Wintersalate, Kraut in vielen Sorten, Wurzelund Kohlgemüse oder zarte Rübchen letzteres ein Feinschmeckertipp! Dazu reichte man Kartoffeln, und die Vorfreude auf einen gediegenen Feiertagsbraten war groß. Denn Fleisch, genauso wie Süßes, war das Jahr über rar. So freuten sich besonders Kinder auf Spezialitäten, wie selbstgemachten Lebkuchen, Kletzenbrot, Stollen, Reindling und Striezel, die auch heute wieder gefragt sind.
Wenn die Küche kalt bleibt
In vielen Familien wird am Heiligabend traditionell eine kalte Jause gegessen. Das war immer schon eine sehr gute Möglichkeit, allen Essvorlieben entgegenzukommen und die Tafel ohne Stress vorzubereiten. Neben fleischigen Spezialitäten, Pasteten, Käsen und Aufstrichen, gibt es für alle, die dem Tierischen abgeschworen haben, eine große Auswahl an entsprechenden Ersatzprodukten – vom veganen Eiaufstrich bis zur Lupinensalami. Senf, Kren, in Öl und Essig Eingelegtes, Salate und Fermentiertes bereichern zusätzlich die Auswahl.
In der Runde shmeckt’s besser
Wer es leger und vielseitig mag, für den sind Fondue und Tischgrill eine gute Wahl. Auch hier lässt sich alles gut vorbereiten und für sämtliche Gustos und Intoleranzen das Passende finden. Das klassische Fondue mit geschmolzenem Käse funktioniert auch vegan, auf Basis von feinst pürierten Kartoffeln, gekochten Cashewnüssen, Hefeflocken und Gewürzen. Konsistenz und Geschmack sind verblüffend käsig. Pluspunkt: auch Personen mit Unverträglichkeiten gegenüber Laktose, Milcheiweiß oder Histamin können hier problemlos zugreifen.
Mit (vegetarisch) oder ohne Käse (vegan), getunkt wird alles, was sich in kompakte Stücke schneiden lässt. Knusprige Brotstückchen, Tofuwürfel, vegane Würstchen oder leicht vorgedünstete Gemüsehäppchen, z. B. Brokkoli, Karotten in verschiedenen Farben, Kohlsprossen, Rote Rüben oder Erdäpfel und Süßkartoffeln. All dies lässt sich übrigens auch für einen Raclette-Grill verwenden. Während obenauf gegrillt wird, werden unterhalb kleine Pfännchen eingeschoben, die sich jeder selbst befüllt und mit Käse bzw. Käseimitat überbäckt.
Festliche Suppengeheimnisse
Eine winterliche Suppe ist der perfekte Einstieg in jedes Festtagsmenü und kann an etwaige Unverträglichkeiten und Abneigungen leicht angepasst werden. Feine Cremesuppen aus Wintergemüsen, Roten Rüben oder Kürbis bekommen mit Zimt, Nelken und Muskat einen saisonalen Touch. Rote Linsensuppe mit Ingwer oder eine Karottensuppe mit frischer Orangenzeste wärmt von innen und leuchtet in warmem Orange. Wer sich etwas Luxus gönnen möchte, probiert eine mit Trüffelöl verfeinerte Maronisuppe. Tipp: Für das dekorationsverliebte Auge lassen sich weihnachtliche Suppeneinlagen spielerisch aus Brand- oder Palatschinkenteig ausstechen oder aus Nudelteig formen.
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