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Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel (Foto: seb_ra/iStockphoto.com).
Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel (Foto: seb_ra/iStockphoto.com).

Wasser: Mythen und Fakten

Macht man sich bewusst, wie Wasser in praktisch allen Lebensbereichen eine entscheidende Rolle spielt, merkt man erst, wie abhängig wir von diesen eigentlich so simplen Molekülen sind. Unser Wasser gab es schon, bevor es unseren Planeten gab, und in sämtlichen Schöpfungsmythen, alten Kulturen und allen Religionen der Welt ist Wasser die Quelle aller Dinge. Und auch unser modernes Leben und unser Wohlstand wären ohne Wasser nicht möglich.

Doch trotz seiner atomaren Einfachheit gibt Wasser der Wissenschaft noch immer viele Rätsel auf. Seine berühmt berüchtigten Anomalien hebeln so manches naturwissenschaftliche Gesetz aus. So dehnt sich Wasser bei Abkühlung als einzige Verbindung aus. Das ist der Grund, warum Eisberge schwimmen und gefrorenes Wasser ganze Felsen sprengen kann. Nur Wasser kommt natürlicherweise in allen drei Aggregatzuständen vor. Und von allen Flüssigkeiten verfügt Wasser über die größte Oberflächenspannung. Darüber hinaus ist die Wissenschaft mit noch weitgehend unerklärten Phänomenen konfrontiert, wie beispielsweise die Fähigkeit des Wassers, Informationen zu speichern.

Knapp oder reichlich?

Nur 0,3 Prozent allen Wassers steht uns als Süßwasser zur Verfügung. Auch wenn es sich angesichts dieses verhältnismäßig geringen Anteils an verfügbarem Süßwassers auf der Erde widersprüchlich anhört, ist Wasser im Grunde keine knappe Ressource. Man müsste eher davon sprechen, dass Wasser durch falschen Gebrauch, Verschmutzung, rücksichtslose Geschäftsinteressen und fortschreitenden Klimawandel durch den Menschen selbst verknappt wird. Die tatsächlich vorhandene Menge an Wasser könnte auch in weiterer Zukunft problemlos jeden Erdenbewohner mehr als ausreichend versorgen.

Wasser verschwindet auf der Erde auch nirgendwo hin, sondern bleibt durch Verdunstung und Niederschlag im Umlauf. Und auch Menschen verbrauchen Wasser nicht wirklich, sondern gebrauchen es lediglich und lassen es, im optimalen Fall sauber und regeneriert, wieder in den Kreislauf zurückkehren. Interessant ist also, dass wir das meiste Wasser irgendwo anders auf der Welt verbrauchen.

Ein sparsamer Umgang mit Wasser wird schon den Kindern beigebracht: Lieber Duschen statt Baden, Regenwasser zum Gartengießen und undichte Wasserhähne nicht tropfen lassen. Letzteres würde im Jahr satte 10.000 Liter ungenutzt in den Abfluss fließen lassen. Unser direkter Wasserverbrauch aus der Leitung liegt in unseren Breiten pro Person bei rund 140 Litern täglich. In den trockenen Gebieten Afrikas liegt er bei rund 20 Litern, in den USA bei 400 Litern. 80 Prozent dieser Menge verwenden wir für Toilettenspülung, Körperpflege und Reinigung, lediglich vier Liter zum Kochen und Trinken.

Unser tatsächlicher, globaler Wasserverbrauch liegt allerdings bei einem Vielfachen von dem, was unser Wasserzähler anzeigt. Denn sämtliche Konsumgüter benötigen für Rohstoffgewinnung, Produktion, Transport und Entsorgung jede Menge Wasser. In allem, was wir verwenden und konsumieren, ist unsichtbar Wasser enthalten – man spricht auch vom virtuellen Wasser. So stecken in einem Blatt Papier rund 10 Liter, in einer Tasse Kaffee in Wirklichkeit 120 Liter, in einem T-Shirt aus Baumwolle 4.000 Liter, in einem Kilo Rindfleisch 15.000 Liter und in einem Auto unglaubliche 400.000 Liter Wasser. Dadurch liegt unser täglicher Wasserverbrauch in der Realität pro Person bei etwa 4.300 Litern. Globales Wassersparen ist folglich durch Reduktion des eigenen Güterverbrauchs am effektivsten.

Viele Geschmäcker

Möchte man einem Getränk einen nicht vorhandenen Eigengeschmack attestieren, so sagt man oft „schmeckt wie Wasser“. Selbiges ist aber alles andere als geschmacklos. Das wissen vor allem jene Menschen, die viel reisen.

Je nach darin gelösten Stoffen (im besten Fall Mineralien, im schlechtesten Fall unerwünschte Verunreinigungen) erkennt man sehr wohl Unterschiede am Gaumen. Besonders, wenn es um die Zubereitung von Kaffee oder Tee geht, oder wenn ein Spritzwein serviert werden soll, ist es nicht mehr gleichgültig, welches Wasser verwendet wird. Destilliertes Wasser (also chemisch reines Wasser) schmeckt hingegen im wahrsten Sinne des Wortes tatsächlich nach nichts. Gut munden uns vor allem Wässer mit Anteilen von Kalzium, Magnesium und Hydrogencarbonat (Kohlensäure). Nicht um sonst trinken wir gerne Mineralwasser. Der jährliche Pro-KopfKonsum von abgefüllten Mineralwässern ist in Österreich seit 1970 von sechs Litern auf rund 90 Liter gestiegen.

Doch auch nicht jedes Mineralwasser enthält viele Mineralien. Der Mineraliengehalt der meisten Produkte am Markt unterscheidet sich nur unwesentlich von dem normalen Leitungswassers, so die nüchterne Feststellung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Im Supermarkt sind Wässer mit wirklich hohen Mineraliengehalt eher die Ausnahme. Es ist gesetzlich auch nicht geregelt, ab welchem Mineraliengehalt sich ein Quellenwasser Mineralwasser nennen darf. Im Übrigen ist es für eine gute Mineralienversorgung nicht notwendig, extra Mineralwasser zu trinken, da wir notwendige Mineralien und Spurenelemente in ausreichender Menge durch eine ausgewogene Mischkost erhalten.

Auch bei starkem Schwitzen ist eine klare Gemüsesuppe oder ein mit Leitungswasser verdünnter Fruchtsaft und eine Prise Salz empfehlenswerter als Mineralwasser. Kurzum, statt zur Flasche (aus Plastik) zu greifen, lieber einen Apfel oder Salat essen und den Durst mit Leitungswasser stillen. Das schont nicht zuletzt auch den eigenen Geldbeutel, denn Wasser aus der Leitung beläuft sich gerade einmal auf 0,2 Eurocent pro Liter.

Unter Kontrolle

Wasser darf uns nicht krankmachen. Daher steht Trinkwasser in Österreich unter sehr strenger Aufsicht der Behörden und gilt als das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. In Österreich sind die Länder dafür zuständig. Gleichzeitig wird mit der Angst ums Trinkwasser viel Geschäftemacherei betrieben, wenn man sich das stetig wachsende Angebot an Filtergeräten, Reinigungsmethoden und Anreicherungsverfahren ansieht. Hier sollte man sich vor einer möglichen Investition wirklich seriösen Rat einholen, wie beispielsweise bei der Umweltberatung.

Babys benötigen im Normalfall keine speziellen Babywässer. Allerdings muss besonders auf eine entsprechende Qualität des Wassers zur Nahrungsbereitung geachtet werden, da das kindliche Immunsystem und auch Organe wie die Nieren noch nicht komplett ausgereift sind. So sollte Wasser für Kinder im ersten Lebensjahr generell arm an Mineralien sein, vor allem an Natrium. Auch Nitrat sollte deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l liegen. Aus Nitrat entsteht im kindlichen Organismus aufgrund der noch zu wenig aktiven Enzyme schädliches Nitrit, das den Sauerstofftransport beeinträchtigt. Aus Nitrit können sich in der Folge krebserregende Nitrosamine bilden.

Spezielle Babywässer im Handel erfüllen alle wichtigen Kriterien, haben aber mit bis zu zwei Euro pro Liter auch ihren Preis. Grundsätzlich kann laut Österreichischem Lebensmittelbuch jedes einwandfrei getestete Trinkwasser immer auch für Babys verwendet werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, schadet es aber nicht, Wasser abzukochen. Informationen zur Qualität des eigenen Trinkwassers erhält man kostenlos beim jeweiligen Wasserversorger.

Hat man die Werte des eigenen Wassers analysieren lassen, so weiß man auch über dessen Härtegrad Bescheid. Diesen kann man übrigens auch mit einem einfachen, im Handel erhältlichen Teststreifen feststellen. Als Härtegrade bezeichnet man die im Wasser gelösten Salze von Kalzium und Magnesium. Deren Menge wird in Deutschen Härtegraden (dH) gemessen. Ab 14 °dH spricht man von hartem Wasser. Folgen von hartem Wasser sind ein schnelleres Verkalken von Geräten, unschöne Wasserflecken auf Flächen und eine Geschmacksbeeinträchtigung bei Kaffee und Tee. Ist man davon betroffen, so kann man sich mit einem Wasserfilter oder einer Entkalkungsanlage zu helfen versuchen. Zur laufenden Gerätepflege und Reinigung genügt meist ein Spritzer Essig ins Wasser oder ein kleiner Löffel Zitronensäure, wobei man es mit der Dosierung nicht übertreiben sollte. Zusätzliche Präparate sind meist überflüssig, wie spezielle Wasserenthärter für die Waschmaschine. Wäscht man vorwiegend mit niedrigen Temperaturen, so kommt es kaum zu Problemen mit Kalk, da dieser erst ab 60 °C ausfällt.

Aus gesundheitlicher Sicht ist hartes Wasser durch die enthaltenen Mineralien sogar positiv zu bewerten. Behauptungen, dass sich Kalk in Blutgefäßen und Körpergeweben ablagern oder gar Ateriosklerose fördern kann, entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

Informationsträger Wasser?

Auch wenn es für gestandene Naturwissenschaftler esoterisch klingen mag: Das oft malig beobachtete Phänomen der Informationsspeicherung des Wassers gibt es tatsächlich. Manche sprechen auch von einer Art Gedächtnis. So wurde gezeigt, dass natürliche Wassermoleküle sich untereinander für Bruchteile von Sekunden in „Clustern“ (Zusammenschlüssen) organisieren. Wozu diese Anordnungen genau dienen und welchen Gesetzen sie folgen, darüber wird in Forscherkreisen heftig diskutiert. Man geht aber davon aus, dass es sich hier um eine Art Informationsübertragung handelt. Wasser in Clustern wird auch strukturiertes Wasser genannt und es zeigt erstaunliche Eigenschaften. So lässt es Pflanzen besser gedeihen, führt zu geringeren Kalkablagerungen oder es regeneriert sich schneller. Es gibt auch faszinierende Beobachtungen, wie strukturiertes Wasser Blutzellen im Körper zu aktivieren vermag.

Wasser, das durch kilometerlange Leitungen geführt wird, hohem Druck ausgesetzt ist oder längere Zeit stillsteht (z. B. abgefüllt in Flaschen), verliert diese speziellen Clusterstrukturen. Denn natürliches Wasser ist immer in Bewegung und findet seinen Weg stets in geschwungenen Verläufen. Dieses Wissen machen sich bereits Firmen zunutze, indem sie Produkte rund um die Belebung von Wasser anbieten. Und das mit teils verblüffenden Anwendungserfolgen.

Wasserkristalle und die Liebe

Weltberühmt sind auch die Wasserkristallbilder des Japaners Dr. Emoto Masaru. Sie sollen veranschaulichen, dass Wasser die Fähigkeit besitzt, In formationen seiner Umwelt aufzunehmen und zu speichern. So erzeugen liebevolle Worte (auch wenn sie nur mit einem Etikett auf ein Wasserglas geklebt werden), klassische Musik und Gebete regelmäßig geformte und ästhetisch ansprechende Wasserkristalle. Beschimpfungen, aggressive Musik oder Mikrowellen lassen hingegen verzerrte und verkümmerte Kristalle entstehen.

Was auf den ersten Blick wie ein Taschenspielertrick erscheinen mag, zeigt sich aber auch in vielen unserer kulturellen und spirituellen Traditionen. Denn auch ein Tischgebet, eine Segnung mit Weihwasser oder das Aufsuchen heilender Quellen bedeutet nichts anderes, als uns mit der darin enthaltenen universellen bzw. göttlichen Energie zu verbinden.

Faszinierend und so alltäglich zugleich lässt uns Wasser angesichts seiner vielfältigen Eigenschaften und Fähigkeiten staunen. Abseits von kommerziellen Interessen und diversen Modeerscheinungen sollten wir uns auch wieder mehr auf das Wahre im Urelement Wasser besinnen. Sei es, dass wir uns bei einer Wanderung an einer klaren Quelle laben, oder dass wir dem täglich wie selbstverständlich aus der Leitung sprudelnden Nass mit aufrichtiger Dankbarkeit begegnen.

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