Wer es regelmäßig tut weiß und spürt es genau: Beim Tanzen wird der Körper zum Mittelpunkt des Seins, zum Zentrum der Selbsterfahrung: „Ich bewege mich, also bin ich.“ Was in anderen Zeiten und anderen Kulturen selbstverständlich war, müssen wir oft erst wiederentdecken: die Lust an der Bewegung zur Musik, das Fühlen der Freiheit des Körpers, die Freude am natürlichen Rhythmus, der sich – im Spannungsfeld von Körperfeindlichkeit und Körperkult – schon vielfach in unser Inneres zurückgezogen hat.
Beim Tanzen kommen zur Bewegung die Faktoren Musik, Koordination und Rhythmusgefühl hinzu: Der Körper ist also ganzheitlich gefordert und arbeitet auf Hochtouren. Außerdem muss man sich Bewegungsabfolgen merken und im richtigen Tempo wiederholen können. Das hält jung, vital und fit und ist an keine Alterslimits gebunden. In vielen Kneipp Aktiv-Clubs werden beschwingte Kurse und Tanzstunden (z. B. „Tanzen ab der Lebensmitte“ oder „Dance Fitness“) angeboten, aber auch rundum locken gerade zur Zeit der Dancing Stars diverse Tanzschulen mit neuen, attraktiven Angeboten.
Spannende Forschungsergebnisse
Tanzen fördert aber nicht nur die körperliche Fitness und gute Stimmung, sondern hat auch messbare Effekte auf das menschliche Gehirn. Laut einer aktuellen Untersuchung griechischer Neurowissenschafter 1 ist Tanzen damit sogar wertvoll für die Demenzprävention und hat selbst bei bereits leichten Symptomen positive Auswirkungen. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie, bei der die Wissenschafter die Gehirnaktivität der Probanden mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) gemessen und dessen Daten dann mit modernen Werkzeugen analysiert haben: Die tanzenden Senioren waren nach dem Training – anders als die Kontrollgruppe – körperlich fitter als vorher. Ihr Gehirn wies im Vergleich zu vorher auch eine komplexere Kommunikation zwischen verschiedenen Bereichen auf: Informationen wurden schneller aufgenommen und verarbeitet. Das Hirn hatte sich also an das Tanzen angepasst und veränderte Wissensnetzwerke geschaffen. In weiterer Folge entdeckten die Forscher auch einen Zusammenhang zwischen der körperlichen Verfassung und der Denkleistung der Teilnehmer: Je fitter diese körperlich wurden, desto besser schnitten sie auch bei Kriterien wie Aufmerksamkeit, Bewegungsplanung und -ausführung ab – ihr ganzes Gehirnnetzwerk schien also zu profitieren. Fazit der Forscher: Regelmäßiges Tanzen kann den Prozess der Neuroplastizität im Gehirn älterer Menschen anregen. Nun denn: Tanzen Sie sich frei – und gesund!
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