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Spätsommerzeit ist Holunderbeerenzeit 

Ein ökologisch wertvolles und kulinarisches Highlight im Spätsommer sind die violett-schwarz glänzenden, vitaminreichen Holunderbeeren, die botanisch gesehen gar keine Beeren, sondern kleine Steinfrüchte sind.  

Klein, aber oho! 

Der schwarze Holunder, oder auch schwarzer Holler genannt, ist ein wahres Kraftpaket fürs Immunsystem. Die Beeren sind reich an Mineralstoffen, insbesondere an Kalium und Eisen, und Vitamin A und C. Außerdem weisen diese kleinen Beeren mit großer Wirkung einen hohen Gehalt an „Anthocyanen“ (= sekundäre Pflanzenstoffe) auf, welche die Zellen schützen und gegen „freie Radikale“ im Körper wirken. Diese verleihen der Frucht auch ihre charakteristische dunkle Farbe. 

Vorsicht ist aber bei den rohen Holunderbeeren geboten, da diese den giftigen Pflanzeninhaltsstoff Sambunigrin beinhalten. Erst kurzes Erhitzen auf über 70°C macht sie verträglich.  

Als Saft (am Ende dieses Beitrags haben wir einen Rezepttipp dazu für Euch) ist der schwarze Holunder sehr bekömmlich, heiß genossen wird er vor allem gegen Erkältungen eingesetzt, da er schweißtreibend und schleimlösend wirkt. In Kombination mit anderen Wirkstoffen (z.B. Ingwer) wird er gegen Husten eingesetzt. 

Die Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung der vitaminreichen Holunderbeeren sind vielfältig.

Was ist bei der Holunder-Ernte und der Weiterverarbeitung zu beachten?

  • Da die Früchte stark färben, ist es ratsam, bei der Ernte Handschuhe zu tragen.  
  • Am besten schneidet man die komplette Dolde ab.  
  • Nicht in der Nähe von stark befahrenen Straßen ernten. 
  • Nach der Ernte die Früchte rasch verarbeiten. 
  • Für die Weiterverarbeitung nur die reifen Beeren verwenden und Stängel sowie unreife grüne, rote oder braune Beeren entfernen, da sie den Geschmack beeinträchtigen.  
  • Mit einer Gabel, die man vorsichtig durch die Dolde zieht, geht das Abrebeln rasch und die Beeren lassen sich leicht und mühelos entfernen.  

Ein Allround-Talent mit heilender Wirkung 

Nun lässt sich der schwarze Holunder wunderbar weiterverarbeiten. Vom traditionellen Hollerkoch oder -röster, vitaminreichen Saft bis hin zu köstlicher Marmelade – schwarzer Holler ist gesund und hat vielfältige Verwendungsmöglichkeiten.  

Und vergesst zu Ehren des Holunders, der früher aufgrund seiner Heilkraft als Hausapotheke neben jedem Haus gepflanzt stand, nicht: „Wenn du am Hollerbusch vorbeigehst, zieh´ deinen Hut!“

Schwarzer Holunderbeerensirup

Der wunderbar aromatische und vitalstoffreiche Holundersaft lässt sich im Handumdrehen zu Hause herstellen. Man benötigt lediglich drei Zutaten, zwei Töpfe, ein Sieb, Glasflaschen zum Abfüllen und etwas Zeit. 
 
Zutaten: 
1 kg Holunderbeeren 
750 g Zucker 
1 Bio-Zitrone

Außerdem benötigt man folgende Küchenutensilien für die Zubereitung: 
zwei Töpfe mit Deckel oder einen Topf und eine Schüssel 
Sieb 
Küchentuch 
Messbecher 
ein bis zwei sterilisierte Glasflaschen (je nach Füllmenge) 
Zitronenpresse
 
Zubereitung: 
Holunderbeeren waschen und von den Dolden streifen – am besten mit einer Gabel grüne bzw. unreife Beeren aussortieren. Dann die Beeren in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Kurz aufkochen und zugedeckt für etwa fünf Minuten köcheln lassen.  
Das Sieb in den zweiten Topf/Schüssel hängen und bei Bedarf mit einem Tuch auskleiden. 
Danach die gekochten Beeren durch das Sieb abgießen und den Saft im Topf/Schüssel auffangen.   
Die Beerenreste im Sieb mit einem Löffel gründlich auspressen, bis der gesamte Rest ausgedrückt ist. 
Jetzt misst man die Menge des Saftes ab und gibt ihn mit der gleichen Menge Zucker in einen Topf. (Beispiel: Bei 1 Liter Saft kommt 1 Kilo Zucker dazu, um ihn zu Holunderbeerensirup zu verkochen.) 
Die Saft-Zucker-Mischung für zehn Minuten ohne Deckel kochen.  
Danach die Zitrone auspressen und in den Topf geben.  
Den noch heißen Sirup in Glasflaschen abfüllen und verschließen.  
 
Dunkel und kühl gelagert hält sich der Sirup einige Monate. 
Tipp: Holunderbeerensirup schmeckt sowohl heiß als auch kalt. Verdünnt erfrischt er mit stillem oder spritzigem Wasser, ebenso lassen sich auch Desserts und Eisbecher damit verfeinern. 
GUTES GELINGEN!

Österreichischer Kneippbund

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