Kneipp BEWEGT: Wann ist es gerechtfertigt, Tiere im Winter zu füttern?
Die Frage sollte besser lauten: Wie können wir Fütterungen vermeiden? Denn sonst erzeugen wir Abhängigkeit. Und wenn wir aus irgendeinem Grund damit aufhören, haben sie tatsächlich nichts zu fressen. Viel besser ist es zum Beispiel, den Garten naturnah zu gestalten. Das bedeutet, Laub liegen zu lassen, damit Igel darin überwintern können, und morsches Holz nicht zu entfernen, um im Sommer Lebensraum für Insekten zu schaffen. Davon ernähren sich auch heimische Wildvögel wie Meisen, Amseln und Spechte. Finden die Vögel aufgrund der Umstände allerdings nicht genug Futter, sollten wir sie schon unterstützen. Natürlich verlassen sie sich dann auf uns und erwarten täglich Nahrung.
Was sagen Sie zu Vogelhäuschen?
Es ist sinnvoll, nicht nur eines, sondern mehrere kleine Futterstellen im Garten aufzustellen, damit sich die Tiere auch aus dem Weg gehen können. Denn die Konkurrenz ist naturgemäß groß. Es ist wichtig, auf die Hygiene zu achten, damit nichts schimmelig wird. Die Vögel setzen auch Kot ab, darum müssen die Häuschen regelmäßig gereinigt werden. Das Problem ist, dass Katzen die Vögel fressen könnten. Es ist also nötig, die Futterstellen so aufzustellen, dass keine Samtpfote dazu kommt. Entfernen Sie auch die Netze von Meisenknödeln oder Nüssen. Vögel verfangen sich leicht darin und das führt zu Verletzungen. Im Frühling bitte unbedingt entfernen, da sie für Jungvögel gefährlich sind. Je nachdem, wie streng der Winter noch ist, können sie im März langsam mit dem Füttern aufhören.
Wie kann man den Balkon gestalten?
Pflanzen Sie Hartriegel, Maulbeeren, Sanddorn, Liguster und Wildrose. Die sind winterfest und tragen in der kalten Jahreszeit Beeren, die als Nahrung dienen, und im Sommer gibt es Insekten.
Welches Futter ist für Krähen geeignet?
Haferflocken, Grassamen, Sonnenblumenkerne, Hirse, Apfel, Birne. Grundsätzlich fressen sie alles, was nicht heißt, dass Sie ihnen wahllos alle Reste füttern.
Es gibt immer wieder Igel, die mit 200 Gramm viel zu klein sind, um zu überleben. Was kann man tun, wenn man so ein zartes Geschöpf findet?
Um den Winter durchzustehen, müssen sie zumindest 400–500 Gramm wiegen. Sie können hochwertiges Katzenfutter, Faschiertes oder gekochte Eier füttern oder ihn in einer Wildtierstation abgeben. Solche Stationen gibt es in ganz Österreich.
Füchse, Krähen, Marder, Dachse, Waschbären und Wildschweine könnten durch ständiges Füttern zu zahm werden. Warum ist das problematisch?
Sie suchen dann extrem die Nähe der Menschen. Anfangs finden diese das schön, aber irgendwann wird es ihnen lästig und sie verjagen sie. Halten Sie daher eine natürliche Distanz.
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