In vielen Fitnessstudios gibt es separate Frauen- und Männerbereiche. Auch bei der Nutzung der Geräte gab es lange Zeit eine Trennung: Frauen bevorzugten Ausdauersportgeräte wie Laufbänder, Fahrradergometer, Crosstrainer oder Stepper, während Männer gerne an den Hanteln ihre Muskeln stählten. Mittlerweile hat sich dies ein wenig geändert. Vor allem jüngere Frauen, aber auch Frauen im Wechsel haben die Vorteile von Krafttraining erkannt. Früher war die Angst vieler Frauen, zu viel Muskeln zuzulegen. Eine unberechtigte Sorge, wie Dr. Robert Fritz, Sportmediziner und Leiter der Sportmedizinischen Leistungsdiagnostik und Präventivmedizin in der Sportordination in Wien, versichert: „Im Gegensatz zu Männern haben Frauen einen viel niedrigeren Gehalt von Testosteron, das ein stark muskelbildendes Hormon ist. Dadurch können sie gar nicht die gefürchteten Muskelberge aufbauen.“
Das Beste für Figur, Knochen und Krisen
Das ist wichtig zu wissen, um noch mehr Frauen zum Krafttraining zu bewegen, denn dieses ist für sie besonders gesund. So wirkt Kraftsport gezielt gegen Osteoporose – eine Knochenerkrankung, die insbesondere Frauen nach den Wechseljahren treffen kann. „Krafttraining führt zu einer Erhöhung der Knochendichte. Intensive Muskelreize üben Zug am Knochen aus, um dessen Aufbau zu stimulieren. Weiters wichtig sind Stoßbelastungen wie Springübungen“, erklärt der Mediziner. Ratsam ist, mit dem Training schon in jungen Jahren zu beginnen, spätestens mit Beginn der Menopause sollte es fix auf dem Programm stehen.
- Gewicht. Doch der Griff zu Gewichten hat noch mehr Vorteile: So ist Krafttraining ideal, um Übergewicht zu verhindern. „Je mehr Muskeln man aufbaut, desto mehr Fett verbrennt man, denn der Grundumsatz verändert sich“, weiß Dr. Fritz. Verändert man z. B. seinen Tagesumsatz um nur 100 Kalorien, so sind das fünf Kilo Fett im Jahr. „Auch gegen die Gewichtszunahme in den Wechseljahren hilft der Muskelaufbau. So nimmt man weniger durch den Hormonabbau zu, sondern eher durch den Muskelverlust im Alter. Und durch Krafttraining bis ins hohe Alter kann man diesem Gegensteuern.“ Starke Muskeln halten zudem den Körper beweglich, Knochen und Gelenke werden gestützt und entlastet. Starke Bauch- und Rückenmuskeln sorgen für eine bessere Haltung.
- Abwehrkräfte. Auch in punkto Immunsystem ist Muskelmasse entscheidend, denn sie unterstützt nachhaltig die körpereigenen Abwehrkräfte.
- Fordernde Zeiten. Zusätzlich liefern uns Muskeln wichtige Substanz in stressigen Zeiten. „Der Aufbau von Muskelmasse ist wie regelmäßiges Einzahlen auf ein Sparbuch“, zieht Dr. Fritz einen Vergleich. „Er ermöglicht Sicherheit für Zeiten, in denen es einem nicht so gut geht. Denn Stress oder Krankheiten zerren an der Substanz. Verfügt man über genug davon, ist der Verlust zwar gleich, jedoch ist das Ausgangsniveau höher und man stürzt nicht so tief ab. Die Muskulatur kann rascher wieder aufgebaut werden, der Körper kehrt schneller auf ein vernünftiges Niveau zurück.“ Außerdem ist Muskelmasse gut für die Insulinresistenz (Vorstufe von Diabetes) und senkt den Bluthochdruck.
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