Bestehen die Nervenschmerzen bei einer Gürtelrose länger als drei Monate, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie. Dieser brennende, dumpfe Dauerschmerz ist die häufigste Spätkomplikation. Die Gefahr für eine Post-Zoster-Neuralgie nimmt mit dem Alter zu. So haben vier Wochen nach dem Ausheilen des Ausschlags der Gürtelrose noch etwa 30 Prozent der 55- bis 59-Jährigen, 50 Prozent der über 60-Jährigen und 70 Prozent der über 70-jährigen Menschen Nervenschmerzen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Das Risiko für eine solche Spätfolge ist auch erhöht, wenn die Gürtelrose am Kopf aufgetreten ist.
Jede Berührung schmerzt. Neben den Nervenschmerzen kann die Haut der betroffenen Region auch überempfindlich sein und jucken. Dann kann sogar das Waschen oder das Umdrehen im Bett schmerzhaft sein. „Grund für die Post-Zoster-Neuralgie ist eine andauernde Nervenschädigung durch die Entzündung während der Gürtelrose. Je nach Stärke, belastet sie die Betroffenen psychisch und schränkt die Lebensqualität ein“, erklärt Dr. Johannes Neuhofer.
Kombi-Therapie. Ob die frühzeitige Gabe spezieller antiviraler Wirkstoffe die Post-Zoster-Neuralgie verhindern kann, ist nicht ausreichend untersucht. Auf jeden Fall lässt sie sich schwer behandeln. Meist ist eine Kombination aus lokaler Therapie und schmerzhemmender Behandlung mit Medikamenten angezeigt. Zur Schmerzabschwächung können bestimmte Antidepressiva oder Antiepileptika sowie lokal ein Gel mit Lidocain (Betäubungsgel) oder Cremen bzw. Pflaster mit Capsaicin zum Einsatz kommen. Manche Patienten nutzen auch Akupunktur oder die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) gegen die Schmerzen. Die Wirksamkeit ist durch Studien nicht abgesichert.







