Derzeit rücken sogenannte Ewigkeitschemikalien stark in den Fokus von Untersuchungen. Es handelt sich dabei um eine sehr inhomogene Gruppe synthetischer Verbindungen, die vielfältig in Industrie und Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Da sie sich nicht abbauen, reichern sie sich zunehmend in der Umwelt an. Man kann sie tatsächlich flächendeckend im Grundwasser genauso nachweisen wie in Lebensmitteln und sogar schon in der Muttermilch. Besonders kritisch bei diesen Substanzen ist ihre die Kombination aus Toxizität und Langlebigkeit.
Die prominentesten Vertreter dieser Gruppe sind Fluorkohlenwasserstoffe, sogenannte PFAs. In Tierversuchen erhöhen sie nachweislich das Risiko für Diabetes, begünstigen die Entstehung von Krebs und verringern die Fruchtbarkeit, um nur einige unerwünschte Wirkweisen zu nennen.
PFAs sind nicht nur Bestandteil gängiger Pestizide, sie finden sich auch in Antihaftbeschichtungen von Take-away-Behältern, Backpapieren, Silikonformen oder Teflonpfannen. Von hier aus können sie sogar direkt ins Lebensmittel gelangen. Laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nehmen wir PFAs hauptsächlichen über Lebensmittel und Trinkwasser auf.
Das österreichische Bundesumweltamt plädiert für ein generelles Anwendungsverbot dieser Verbindungen, wobei die AGES (Österreichische Agentur für Ernährung und Gesundheit) die nachgewiesenen Rückstände in Lebensmitteln für ein Verbot als zu gering ansieht. Eine Entscheidung darüber läge ohnehin auf EU-Ebene. Einzelne PFAs wurden zwar bereits verboten, allerdings dann durch andere ersetzt.
Hormonstörer
Eine weitere sehr bedenkliche Stoffklasse, sind die sogenannten Endokrinen Disruptoren. Dieser Überbegriff steht für eine ebenfalls sehr inhomogene Gruppe von Verbindungen, welche die Wirksamkeit von Hormonen aushebeln. Zu den vielen möglichen Folgen zählen Fruchtbarkeitsstörungen und Krebsentstehung, speziell Brust- und Prostatatumore.
Die Hauptquelle synthetischer endokriner Disruptoren sind Kunststoffe aller Art, Stichwort: Weichmacher. Hier sind besonders Lebensmittelverpackungen ein großes Risikofeld. Aber nicht nur aus PET-Flaschen, Tetrapacks und Frischhaltefolien können sich Stoffe dieser Art lösen und ins Lebensmittel gelangen, auch Beschichtungen von Metallkonserven, Getränkedosen und Tiefkühlverpackungen können diese Stoffe direkt ins Produkt abgeben. In fettreiche und säurehaltige Speisen gehen diese Verbindungen besonders leicht über.
Die internationale Endocrine Society empfiehlt daher Konsumentinnen und Konsumenten als Vorsichtsmaßnahme u. a., industriell produzierte Nahrungsmittel möglichst genauso zu vermeiden oder massiv einzuschränken, wie Kunststoffverpackungen. Auch soll biologisch erzeugten Lebensmitteln der Vorzug gegeben werden.
Übrigens: Glas ist bis dato das einzig unbedenkliche Verpackungsmaterial für Lebensmittel und noch dazu perfekt wiederzuverwerten.
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