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Wie viel Zeit verbringen Sie vor Bildschirmen (Foto: Rohit Sharma/pexels.com)?
Wie viel Zeit verbringen Sie vor Bildschirmen (Foto: Rohit Sharma/pexels.com)?

Neue Medien, neue Probleme

Der Wecker läutet und zwar jener am Handy. Der Tag ist keine zwei Minuten alt und schon fällt der Blick auf das Smartphone. E-Mails werden oft noch im Bett oder gleich nach dem Aufstehen gecheckt und auch durch diverse Social-Media-Kanäle scrollt man sich schon zur frühen Morgenstunde. Im Laufe des Tages ist das Handy ein ständiger Begleiter, mit dem man einkauft, Podcasts hört, seine Rechnungen zahlt, Nachrichten schreibt, Spiele spielt, Fotos macht, Texte übersetzt, Videos schaut oder seine Fitness-Ziele festhält. Der Vorteil neuer Medien: alle auf einem Gerät, alle stets dabei und alle nur einen Handgriff entfernt. So lassen sich Tätigkeiten schneller erledigen als je zuvor. Zudem wird man unterhalten, kann sich weiterbilden und ist, zumindest gefühlt, verbunden mit der ganzen Welt.

Bewusst machen

Das alles hat seinen Preis. Zunächst einmal jenen, dass wir sehr viel Zeit vor Bildschirmen vergeuden. Allein am Smartphone verbringen wir Österreicher je nach Studie durchschnittlich zwei bis fünf Stunden täglich, die Bildschirmzeiten vor dem Fernseher oder Computer sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Je nachdem, was genau man in diesen Stunden am Handy macht, kann das negative Konsequenzen haben: Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhter Stress, Schlafprobleme, Bewegungsmangel, Vergleichsdruck, Depressionen, Angstzustände. Zudem muss man sich gegebenenfalls mit den Themen Hass im Netz, Mobbing, Online-Betrug, Gaming- und Internetsucht, Extremismus oder unrealistische Schönheitsideale auseinandersetzen. Denn die Welt via Smartphone, iPad oder Laptop beeinflusst uns mehr als uns bewusst ist.„Man sollte sich viel mehr damit beschäftigen, was diese Medien mit uns psychisch und physisch machen. Warum wir sie für etwas nutzen, was uns daran gefällt und was das mit uns macht. Und das Ganze sollte auch mit Kindern erörtert werden“, sagt DI Barbara Buchegger M.Ed., pädagogische Leiterin bei der Plattform saferinternet.at.

Aktiv oder passiv?

Die Eltern heutzutage sind bereits digital aufgewachsen und auch wieder mehr am Handy als die Generation davor. „Sie verlangen zwar von den Kindern weniger Bildschirmzeit, sind aber selbst dauernd am Handy“, sagt Buchegger. Das ist ein Problem. Ein weiteres: „Man redet nur dann über Bildschirmzeiten, Spielzeiten oder Internetzeiten, wenn sie zur Belastung werden. Es braucht aber eine ständige gute Begleitung, die über simple Handynutzungszeiten hinaus geht“. Kinder werden oft allein gelassen mit der Onlinewelt. „Dabei ist es so wichtig, in den Austausch mit den Kindern zu gehen, was sie da schauen und machen, um mit ihnen darüber zu reden. Aufzuklären. Emotionen, die auftauchen, einzuordnen und eine Unterstützung zu sein“, sagt Buchegger.

Ob nun Groß oder Klein, es gilt, genauer hinzuschauen. Wie viel konsumiere ich? Was konsumiere ich und warum? Ist man am Ende des Tages so erschöpft von seinem viel zu stressigen Alltag, dass man zu mehr, als Kurzvideos zu schauen, nicht mehr im Stande ist? Flüchtet man in Soziale Medien, weil man Emotionen und Frust entgehen will? Fühlt man sich alleine und sucht Gesellschaft? Kann man einfach nicht mehr im Bus ruhig sitzen und kurz abschalten? Oder holt man sich aktiv z. B. neue Rezeptideen und kann dann relativ schnell wieder offline gehen? Ist man aktiv oder konsumiert nur passiv: Das macht einen großen Unterschied.

Weniger ist in jedem Fall besser, wie auch eine kürzlich im Fachjournal BMC Medicine veröffentlichte Studie der Universität für Weiterbildung Krems zeigt. Laut dieser kann eine Reduktion der Smartphone-Nutzung auf unter zwei Stunden pro Tag zu einer signifikanten Verbesserung der psychischen Gesundheit führen. Letztendlich ist es auch eine Frage der Zeit. Buchegger: „Wir haben alle ein sehr dichtes Leben. Wollen wir da nicht lieber in unserer wertvollen Freizeit in die Natur gehen, Sport machen oder Zeit mit unseren Liebsten verbringen? Das sollte man sich wirklich gut überlegen.“

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