Der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) ist besser bekannt als Pimpinelle. Allerdings wird diese leicht mit der Bibernelle verwechselt, dabei haben die beiden botanisch nichts mit einander zu tun. Der Kleine Wiesenknopf gehört zu den Rosengewächsen, was ihn als gerbstoffreiches Kraut klassifiziert. (Bibernelle zählt zu den Doldenblütlern und ist somit ein ganz anderer Charakter, auch hinsichtlich der medizinischen Anwendungen.) Die Pimpinelle ist ein echtes Mauerblümchen: Sie ist genügsam und ist eher unscheinbar. So bringt man sie kaum mit der Rose in Verbindung, ihre Schönheit erschließt sich erst beim genaueren Hinsehen. Auch in der Heilkunde wird sie meist übersehen. Sie erträgt sonnige, trockene Bedingungen ebenso wie Schatten, solange der Boden nicht nass ist. Sogar im Winter bleibt sie grün. Aufgrund ihrer Robustheit kann man sie auch in kleinere Gefäße pflanzen; düngen muss man sie nicht. In der Küche verwendet man die grünen Blätter, sie sind traditioneller Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße. Da die Pflanze ziemlich winterhart ist, hat man in ihr ganzjährig eine kleine Nährstoffquelle.
Der kleine Wiesenknopf:
❚ in geschützter Lage winterhart, mehrjährig
❚ trockenheitsresistent
❚ schattentolerant
❚ heimische Wildpflanze
❚ Heil- und Würzkraut
❚ charakteristische Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Mineralstoffe, ätherisches Öl
❚ Heilwirkung: Magen-Darm- und Verdauungs-Beschwerden (durchfall- und blähungswidrig), entzündungshemmend, krampflösend, entwässernd, aufbauend
❚ Aufwand: gering (Staunässe & Dauertrockenheit vermeiden)
Rezept: Frankfurter Grüne Soße
Den Kleinen Wiesenknopf mit Schnittlauch, Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie und Sauerampfer verlesen (Wurzeln, gelbe und fleckige Blättchen entfernen), waschen und übertrocknen lassen bzw. trockentupfen. Mit mindestens derselben Menge Sauerrahm bzw. Crème fraîche pürieren, mit Salz und Pfeffer, Senf und Zitrone abschmecken. Wird traditionell rund um den Gründonnerstag als „grünes Ketchup“ verwendet.











