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Die Prostata ist eine exokrine Drüse und Teil des männlichen Fortpflanzungssystems (Foto: Mariia Vitkovska/iStockphoto.com)
Die Prostata ist eine exokrine Drüse und Teil des männlichen Fortpflanzungssystems (Foto: Mariia Vitkovska/iStockphoto.com)

Mann, sei smart!

Mitten in der Nacht aufstehen, weil die Blase drückt, dann trotzdem nur ein schwacher Harnstrahl oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleert zu haben – das sind Symptome, die fast jeder zweite Mann ab dem 50. Lebensjahr kennt. Mit steigendem Alter nimmt die Zahl der Betroffenen dann auch weiter zu.

Dahinter steckt häufig eine wachsende Prostata. Im Laufe des Lebens kann das etwa kastaniengroße Organ, das rund 20 Gramm wiegt, an Volumen zunehmen. Dadurch kann es auf die Blase, die Harnröhre und die Blasenmuskulatur drücken – mit spürbaren Folgen. Medizinisch spricht man von der „benignen Prostatahyperplasie“, weiß Dr. Shahrokh F. Shariat, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie am AKH Wien. „Diese ist eine altersbedingte, nicht-bösartige Vergrößerung der Prostata, die in der Regel harmlos ist.“ Dennoch sollen die Beschwerden medizinisch abgeklärt werden. Die mögliche Behandlung reicht von simplen Lebensstiländerungen über medikamentöse Therapien bis zu operativen Maßnahmen bei ausgeprägten Symptomen und Komplikationen.

Problem: Vorsorgemuffel

Trotz der hohen Verbreitung suchen viele Männer aber erst spät ärztlichen Rat. Einerseits hoffen viele, dass sich die Beschwerden von selbst legen. „Andererseits neigen viele Herren dazu, Beschwerden herunterzuspielen oder gar nicht erst anzusprechen aus Scham, Angst oder dem Wunsch, ‚stark“ zu wirken. Besonders intime Themen gelten nach wie vor als Tabu. Das führt häufig zu verspäteten Diagnosen“, erklärt der Urologe. Dabei sind Früherkennung und regelmäßige Kontrollen entscheidend: Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser sind die Behandlungschancen – insbesondere beim Prostatakrebs, denn, so der Experte, „diese bösartige Tumorerkrankung verursacht in vielen Fällen zunächst keine Symptome, schreitet aber unbehandelt fort und kann Metastasen bilden.“

Moderne Früherkennung

Empfohlen wird eine erste urologische Untersuchung ab dem 45. Lebensjahr – bei familiärer Vorbelastung (z. B. Vater oder Bruder mit Prostatakrebs) bereits ab dem 40. Lebensjahr. Ziel ist es, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und unnötige Eingriffe zu vermeiden. Die Angst vor der standardmäßigen rektalen Untersuchung, also dem Abtasten der Prostata über den Enddarm, lässt viele Männer jedoch zögern, diese so wichtige Vorsorgeuntersuchung auch wahrzunehmen, weiß der Experte aus der Praxis. Daher betont er die gute Nachricht: Früherkennung auf dem neusten Stand kommt in der Regel ohne Abtastung aus.

Außerdem: „Moderne, risikobasierte ScreeningStrategien zeigen, dass die Digitale Rektale Untersuchung (DRU) für die effektive Früherkennung von Prostatakrebs nicht mehr notwendig ist, sofern der PSA-Wert kombiniert mit moderner Bildgebung, z. B. multiparametrisches MRT, eingesetzt wird. Diese Methoden sind nicht-invasiv, gut verträglich und liefern präzisere Informationen als die herkömmliche Tastuntersuchung.“

Ablauf der Untersuchung

Zu den heutigen zentralen Bausteinen der Vorsorge gehören anfangs ein ärztliches Gespräch zur Erhebung individueller Risikofaktoren sowie die PSA-Wert-Bestimmung im Blut. Prostataspezifisches Antigen (PSA) ist ein Protein, das in der Prostata produziert wird und eine Rolle bei der Verflüssigung des Samens spielt. Es kann im Blut nachgewiesen werden, und die Menge des PSA kann – je nach Höhe des Werts – auf Prostatakrebs hindeuten. Dr. Shariat: „Der PSA-Wert dient als Startpunkt für eine individuelle Risikoabschätzung. Nur Risikopatienten erhalten weitere Abklärung.“ Dazu zählt das multiparametrische MRT der Prostata. Mit dem sehr modernen und präzisen Verfahren zur Diagnostik und Beurteilung können Veränderungen im Gewebe erkannt werden. Im Anschluss kann eine gezielte Biopsie vorgenommen werden.

Um mehr Männer zu dieser so wichtigen Vorsorgeuntersuchung zu bringen und die Hemmschwelle zu senken, plädiert der Klinikvorstand für Aufklärung, Enttabuisierung und eine verständliche Kommunikation. Sein Appell: „Vorsorge ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung.“

Lesen Sie weiter: Mann, sei smart – Teil 2

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