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Im Laufe des Lebens kann die etwa kastaniengroße Prostata, die rund 20 Gramm wiegt, an Volumen zunehmen (Foto: peakSTOCK/iStockphoto.com)
Im Laufe des Lebens kann die etwa kastaniengroße Prostata, die rund 20 Gramm wiegt, an Volumen zunehmen (Foto: peakSTOCK/iStockphoto.com)

Mann, sei smart! Teil 2

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Österreich. Jährlich werden etwa 7.000 neue Fälle diagnostiziert – überwiegend bei Männern über 50 Jahren. Bei familiärer Vorbelastung ist das Risiko deutlich erhöht. „Aktuell erfolgt die Prostatavorsorge in Österreich meist opportunistisch – also ungeplant und abhängig von individuellen Entscheidungen“, sagt Dr. Shahrokh Shariat und gibt zu bedenken: „Diese Form der Prävention führt zu Ungleichheiten, verpassten Chancen und unnötigen Eingriffen.“ Experten wie er fordern deshalb strukturierte Strategien zur Früherkennung. Ein solches organisiertes, risikobasiertes PSA-Screening sollte sich an alle Männer ab einem bestimmten Alter richten – so wie das Mammographie-Screening-Programm, das seit einigen Jahren in Österreich existiert und Frauen ab 45 Jahren zur Untersuchung einlädt.

Symptome & Therapie

In frühen Stadien bleibt Prostatakrebs, wie erwähnt, oft unbemerkt. „Später können Symptome auftreten wie Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Ejakulat und Schmerzen im Rücken oder in den Knochen bei Metastasen“, erklärt der Mediziner. Je nach Tumorstadium stehen mehrere Optionen zur Verfügung: Operative Entfernung der Prostata, Strahlentherapie, moderne Hormontherapie oder aktive Überwachung bei langsam wachsenden Tumoren. Wichtig: „Wird Prostatakrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen exzellent – die 10-JahresÜberlebensrate liegt bei über 90 Prozent“.

Ein weiterer Krebs der männlichen Geschlechtsorgane ist Hodenkrebs. Dieser ist zwar eine eher seltene Erkrankung, aber bei jungen Männern (20 bis 40 Jahre) besonders relevant. Die monatliche Selbstabtastung (s. Kasten) der Hoden ist eine einfache Methode zur Früherkennung. „Bei tastbaren Knoten oder Verhärtungen sollte umgehend ein Urologe aufgesucht werden“, empfiehlt Dr. Shariat, der seit vielen Jahren im Bereich urologischer Onkologie forscht.

Entzündungen & Infektionen

Ebenso mögliche Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane sind Nebenhodenentzündungen, hinter denen meist bakterielle Infektionen stecken oft im Zusammenhang mit Harnwegsinfekten. Oder die Prostatitis, eine Entzündung der Prostata, die akut oder chronisch verlaufen kann. Dr. Shariat: „Typische Beschwerden sind Schmerzen im Beckenbereich, Brennen beim Wasserlassen und allgemeines Unwohlsein. Auslöser können bakterielle Infektionen sein, häufiger sind jedoch entzündliche Prozesse ohne Erregernachweis.“ Leider sind auch sexuell übertragbare Krankheiten wieder stark im Steigen begriffen. Zu den häufigsten zählen Chlamydien, Gonorrhoe (Tripper), Syphilis und HPV-Infektionen. Tipp des Mediziners: „Bei wechselnden Sexualpartnern oder Risikokontakten empfiehlt sich ein Test mindestens einmal jährlich – oder nach jedem Partnerwechsel. Auch bei unklaren Beschwerden im Genitalbereich sollte eine Abklärung erfolgen“. Geraten wird zur HPV-Impfung bei jungen Männern – vor dem ersten sexuellen Kontakt. „Diese schützt nicht nur vor Genitalwarzen, sondern auch vor verschiedenen Krebserkrankungen, wie Analkrebs, Peniskrebs oder Rachenkrebs.“ Zusammenfassend betont der Experte: „Es ist wichtig, Gesundheit als Stärke zu begreifen – nicht als Schwäche. Eine vertrauensvolle Arzt-PatientenBeziehung ist dabei zentral. Partnerinnen und Angehörige sind zusätzlich ausschlaggebend, denn viele Männer gehen erst auf deren Anregung zur Vorsorge. Daher sollten auch Familien in Aufklärung und Präventionsangebote einbezogen werden.“

Selbstuntersuchung der Hoden

Die Hodenuntersuchung zur Früherkennung von Hodenkrebs wird allen Jugendlichen und Männern zwischen 15 und 45 Jahren empfohlen. Das Hoden-Abtasten sollte einmal im Monat erfolgen und gelingt am besten im Stehen. Dabei achtet man auf die Größe und Druckempfindlichkeit des Hodens sowie auf eventuelle Verhärtungen oder Knoten im Hodensack.

Zur Vorbereitung duscht man am besten warm oder nimmt ein Bad, so wird die Haut des Hodensacks weicher, und Veränderungen am Hoden lassen sich leichter ertasten. Dafür rollt man jeden Hoden zwischen Daumen und Fingern vorsichtig hin und her und achtet dabei auf Knoten oder ungewöhnliche Verhärtungen. Vor dem Spiegel kontrolliert man noch, ob es sichtbare Schwellungen gibt.

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