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Bei einer Körperbildstörung wird der Körper völlig anders gesehen als vom Umfeld (Foto: OleksiiK/iStockphoto.com).
Bei einer Körperbildstörung wird der Körper völlig anders gesehen als vom Umfeld (Foto: OleksiiK/iStockphoto.com).

Körperbild: Was siehst du?

Soetwas wie den idealen Körper gibt es nicht. Denn: Jeder Körper ist anders. Wir sind Individuen mit unterschiedlicher Körpergröße, unterschiedlicher Augen- und Haarfarbe und unterschiedlicher Körperform. Auch sieht ein jugendlicher Körper anders aus als ein Körper, der durch die Jahre gegangen und von möglichen Krankheiten oder Schicksalsschlägen geprägt ist. Trotzdem versuchen uns viele Medien und Teile der Gesellschaft weiszumachen, dass wir nur glücklich und zufrieden sein können, wenn wir eine entsprechende Körperform haben. Zwar ist ein gesellschaftlicher Trend zu beobachten, der allmählich nicht mehr nur „jung, fit, schlank“ als Ideal anerkennt (Body Positivity, Body Neutrality), doch diese Entwicklung geht sehr langsam voran. Die Einflüsse von außen sind groß und wir sind ihnen täglich ausgesetzt. Wer sich nicht bewusst und kritisch mit der Wirkung der Schönheitsideale auseinandersetzt, kann dadurch leicht eine ambivalente Einstellung zu seinem Körper entwickeln. Er wird als „mangelhaft“ angesehen, Unzufriedenheit und Unsicherheit stellen sich ein, und der Wunsch, den Körper zu verändern, wird immer stärker.

Unser Körperimage

Es beschreibt, wie wir unseren Körper und unsere physische Erscheinung sehen. Doch dieser Begriff beinhaltet nicht nur das eigene Sehen des Körpers, sondern auch unsere Vorstellung, wie wir glauben, dass andere Menschen uns sehen und unseren Körper wahrnehmen. Dabei gibt es oft große Unterschiede zwischen dieser subjektiven Vorstellung und den objektiven Tatsachen.

Wenn der eigene Körper abgelehnt (z. B. zu dick, zu dünn, zu klein, zu alt, zu schlaff bzw. nicht schön genug, nicht fit genug, nicht jung genug) und mit negativen Gefühlen betrachtet wird, kommt es zur Verschiebung der eigenen Wahrnehmung. Dies kann in den schlimmsten Fällen zu einem gestörten Körperbild, oft in Verbindung mit einer Essstörung und Depressionen führen.

Körperbildstörung

Darunter versteht man die gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers (Dysmorphobie) – er wird völlig anders gesehen als vom Umfeld. Eine Körperbildstörung tritt oft erstmals in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter auf, wo der soziale Druck als sehr hoch empfunden wird. Auch die Beeinflussung durch Social Media ist dabei maßgebend. Betroffene können sich Stunden mit ihren eigenen „Makeln“ beschäftigen und leiden enorm darunter. Therapeutische Hilfe ist hier dringend empfohlen.

Fragwürdige Schönheit

Unser Körperbild bzw. -image wird schon in jungen Jahren geprägt – durch das Umfeld, in dem wir aufwachsen, von der Erziehung und den Werten innerhalb der Familie, die von den Eltern (un)bewusst an ihre Kinder weitergereicht werden. Wenn Mütter dem Ideal eines schlanken Körpers nacheifern, beginnt die Tochter oft schon in jungen Jahren mit Diäten – vielleicht sogar gemeinsam mit der Mutter. Bei Frauen ist das Ideal ein schlanker, bei Männern ein fitter und muskulöser Körper, wodurch schon bei Burschen eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen entstehen kann.

Auch der Freundeskreis und die eigenen Vorstellungen, die wir aufgrund der äußeren Einflüsse entwickeln, prägen unser Körperbild. Kein Wunder, dass die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper zunimmt, werden wir doch ständig angehalten, uns mit perfekten „Idealfiguren“ zu vergleichen, die es in der Realität kaum gibt. Der eigene Körper wird als Baustelle betrachtet, die es „zu bearbeiten“ gilt. Doch das fehlende Wohlfühlen bzw. das Ablehnen seines eigenen Körpers (oder Teile davon) führt dazu, dass die Stimmung und das Selbstwertgefühl sinken. Selbstzweifel bilden sich und greifen sogar auf andere Bereiche des Lebens über. Was mit einer kritischen Stimme seinen Körper betreffend beginnt, kann schließlich die Lebensqualität massiv beeinträchtigen.

Raus aus der Falle

Selbstoptimierung durch Diäten, ein strenges Sportprogramm, ja sogar der Gang zum Beauty Doc kratzen dabei nur an der Oberfläche und sind nichts mehr als eine Symptombehandlung. Zuerst muss die Ursache behoben werden, und die liegt in der Selbst-Akzeptanz. Je eher wir einsehen, dass es sinnlos ist, einem künstlichen Ideal nachzueifern, desto schneller können wir uns wieder unserem eigenen Körper zuwenden. Dann erkennen wir, dass jeder Körper ein Wunderwerk der Natur ist.

Lesen Sie weiter: Für ein gutes Körperbefinden

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