ENTGELTLICHE KOOPERATION
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Voller Vorfreude komme ich beim Stift St. Lambrecht im steirischen Bezirk Murau an. Hier werde ich nun eine Zeitlang wohnen und gemeinsam mit den Mönchen des Benediktinerstifts am Klosterleben teilnehmen. “Kloster auf Zeit” nennt sich das Angebot, bei dem Einzelpersonen, aber auch Familien und Gruppen hinter die Kulissen des Klosterlebens blicken dürfen – eine spirituelle Auszeit oder ein Urlaub der etwas anderen Art.

Empfangen werde ich von der Rezeptionistin Brigita Jelic, die mir den Zimmerschlüssel überreicht. Männer dürfen direkt in der Klausur bei den Mönchen übernachten; für Frauen, Familien oder größere Gruppen gibt es zwei Gästehäuser. Auch Schulklassen sind hier immer wieder zu Gast – für die bietet das Kloster drei Schlafsäle mit Stockbetten. Die Nachfrage nach der Auszeit im Kloster ist groß, erzählt mir Brigita Jelic, während wir über den Innenhof an der Peterskirche vorbei zu den Zimmern gehen. Wöchentlich gibt es neue Gäste, viele davon kommen regelmäßig, um hinter den Klostermauern neue Energie zu tanken. Andere nutzen das Kloster als Herberge für den Ski- oder Wanderurlaub – das Skigebiet Grebenzen liegt schließlich fast direkt vor der Haustüre.
Reduziert aufs Wesentliche
Als ich das Zimmer betrete, das in den kommenden Tagen mein Zuhause sein wird, bin ich kaum überrascht: Es sieht genauso so aus, wie man sich ein Klosterzimmer vorstellt. Kärglich, aber gemütlich eingerichtet mit einem soliden Bett, einem Kasten, Tisch, Stuhl und natürlich einem Wandkreuz – und sonst nichts. Birgita Jelic plaudert aus dem Nähkästchen: “Wir hatten auch schon Gäste, die sich ein deutlich luxuriöseres Zimmer mit Fernseher und W-Lan erwartet haben.” Ich lade mein Gepäck ab und mache mich gleich wieder auf den Weg. Mein nächster Termin: Prior Pater Gerwig Romirer. Er ist einer der 11 Benediktinermönche des Klosters und Ansprechpartner für “Kloster auf Zeit” sowie die “Schule des Daseins”, das Seminarzentrum des Klosters. Und er wird mir nun einiges über meinen Aufenthalt in den jahrhundertealten Mauern erzählen.





Auf der Suche nach dem eigenen Weg
Fünf der elf Mönche des Stifts St. Lambrecht wohnen dauerhaft im Kloster; die anderen sind oft mit auswärtigen Aufgaben beschäftigt, zwei sind beispielsweise derzeit im Wallfahrtsort Mariazell im Einsatz. Pater Gerwig ist einer der dauerhaften Bewohner und begrüßt mich in seinem Büro zwischen Unmengen an Büchern. Ein Kloster sei schon immer ein Ort der Gastfreundschaft gewesen, erklärt er mir auf die Frage, weshalb Klöster überhaupt Urlauber aufnehmen. “Schon seit 1500 Jahren, seit dem heiligen Benedikt, möchte der Benediktinerorden die Menschen dazu einladen, Anteil am Leben und der Spiritualität des Klosters zu nehmen”, fasst er zusammen. Vor rund 60 Jahren bekam die Gastfreundschaft dann einen neuen Namen: “Kloster auf Zeit”.

“Die Idee des Klosters auf Zeit stammt eigentlich aus dem Buddhismus. Dort sollte in jedem Lebenslauf eine Zeit im Kloster zu finden sein, um die eigene Berufung kennenzulernen. Ein Aufenthalt im Kloster ist nicht nur für jene interessant, die als Mönch leben wollen, sondern auch für jene, die ihr Leben besser in den Blick bekommen möchten”, erklärt Pater Gerwig. Daher gibt es auch kein Pauschalangebot für einen Kloster-Urlaub – keine empfohlene Länge, keine empfohlenen Aktivitäten oder einen vorgegebenen Programmablauf. “Manche kommen nur für ein Wochenende, andere mehrmals im Jahr für eine Woche oder länger. Manche bleiben einen Monat lang und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit des freiwilligen Ordenjahres, das analog zum sozialen Jahr ist”, so der Mönch. Sinnvoll sei aber natürlich eine Dauer von mindestens einer Woche, wenn man den Rhythmus der Mönche wirklich miterleben möchte. “Man braucht ja ein bisschen Zeit, um sich an die Abläufe zu gewöhnen und sich zu orientieren”, so Pater Gerwig. Jeder Aufenthalt ist individuell und auf die Bedürfnisse bzw. Wünsche des Gastes zugeschnitten. Im Mittelpunkt steht jedoch bei (fast) allen, den eigenen Weg zu finden. “Wir begleiten die Gäste bei ihrer Suche nach Spiritualität und haben ein offenes Ohr, wenn sie jemanden zum Reden brauchen – auch bei Alltagssorgen”, beschreibt Pater Gerwig die unterstützende Funktion der Ordensbrüder.
Der Tagesablauf

Doch wie sieht der Aufenthalt nun tatsächlich aus? Die vier Gebetszeiten des Tages bilden die Grundstruktur des Aufenthalts. Gestartet wird mit dem Morgengebet um sechs Uhr, das rund 45 Minuten dauert. Danach gibt es Frühstück: für Männer gemeinsam mit den Mönchen, für Frauen und größere Gruppen im Gästespeisesaal. Bis Mittag ist dann erst einmal Ruhe, sofern man nicht aktiv mitarbeiten möchte. “Da gibt es natürlich die Möglichkeit, vor allem im Stiftsgarten mit uns gemeinsam zu arbeiten. Die Arbeit unter freiem Himmel hat etwas sehr Meditatives”, so Pater Gerwig. Ansonsten stehen ein Meditationsraum sowie ein Aufenthaltsraum mit Büchern und Kaffee für Ruhe und Lesestunden zur Verfügung. Im Seminarzentrum, das sich ebenfalls im Kloster befindet, werden in der “Schule des Daseins” regelmäßig Kurse angeboten, darunter z. B. ein dreitägiges Seminar zum Thema Vergeben, spirituelles Schreiben, Malwochen, die Kraft des Atems usw. Auch diese oftmals mehrtägigen Kurse können Teil des Aufenthalts sein, ebenso wie die Teilnahme an Schweigewochen.
Ich streife am ersten Tag durchs Kloster und genieße vor allem die absolute Ruhe, die hier hinter den dicken Mauern herrscht. Einige Bereiche wie etwa der Kreuzgang sind nicht für Touristen, sondern nur für Klosterbewohner zugänglich – entsprechend wenig Leute trifft man hier, im Säulengang, der das Herzstück des Klosters symbolisiert.

Mit dabei beim Mittagsgebet

Als Gast des Klosters darf ich auch am Mittagsgebet, dem Chorgebet, teilnehmen. Dabei werden in monotoner Sprache abwechselnd Psalmen vorgelesen. 15 Minuten lang sitze ich mit den Mönchen im Kapitelsaal und lausche der einen und der anderen Seite. “Wir machen das bewusst in monotoner Sprache ohne Gesang oder Melodien, sodass man sich ganz auf die Psalmen konzentrieren kann”, erklärt Pater Gerwig. Auch für die Gäste hat das Vorteile: Zum einen finden sie rasch in den Rhythmus und können bald mitbeten. Zum anderen hat der eintönige Sprechgesang eine regelrecht meditative Wirkung auf die Zuhörer.

Danach geht es weiter zum Mittagessen – für Frauen und größere Gruppen wieder im Gästespeisesaal. Gekocht wird vorwiegend Hausmannskost, in der Fastenzeit bis auf die Sonntage fleischfrei. Je nach Länge des Aufenthalts helfen die Urlauber hier auch mit: Wochenweise wechselt man sich mit Aufdecken oder abservieren etc. ab. “Damit binden wir unsere Gäste mit ein, sodass sie die unkomplizierte Einfachheit des Klosters wirklich erleben können”, erklärt Pater Gerwig.
Nachmittagsprogramm
Der Nachmittag ist wieder zur freien Verfügung, bis es abends zur Abendvesper mit dem anschließenden Abendessen geht. Viele Gäste nutzen die Zeit dazwischen, um die Gegend rund um St. Lambrecht zu erkunden oder um mit den Klosterbewohnern über ihr Leben zu sprechen. “Wir haben auch immer ein offenes Ohr für Alltagsprobleme und versuchen, hier mit unserer Erfahrung weiterzuhelfen”, so Pater Gerwig. Nach dem Abendessen folgt um 20 Uhr die Komplet, das Nachtgebet. Nach rund 15 Minuten findet der Tag somit seinen Ausklang und die meisten ziehen sich danach auf ihre Zimmer zurück. Die Ruhe im Kloster wirkt sich auch positiv auf die Schlafqualität aus – obwohl auch in der Nacht regelmäßig die Glocke des Stifts erklingt. Aber irgendwie hat das etwas Beruhigendes – passend zum gesamten Aufenthalt.
Das Angebot von “Klösterreich”
Das Kloster St. Lambrecht ist Teil von Klösterreich, einer österreichweiten Initiative, die sich auf Auszeiten im Kloster spezialisiert hat. In ganz Österreich öffnen Klöster mit speziellen Angeboten ihre Pforten und laden dazu ein, den hektischen Alltag eine Zeitlang zu vergessen. “Jedes Kloster hat seine Eigenheiten im Tagesablauf und legt selbst fest, wie weit die Gäste am Klosterleben teilhaben können. Aber sie sind immer eine gute Anlaufstelle für Ruhesuchende und die Grundlagen sind überall relativ ähnlich”, erklärt mir Pater Gerwig. Je nach Ordensgemeinschaft gibt es unterschiedliche Schwerpunkte. Längere Aufenthalte werden auch oft geschlechtsspezifisch ausgewählt: Frauen quartieren sich dann eher bei Nonnen, Männer eher bei Mönchen ein.
Als meine Auszeit nach einigen Tagen zu Ende geht, stelle ich verwundert fest: Die Stille hinter den jahrhundertealten Mauern hat nicht nur meinen Nerven gutgetan. Ich habe – vielleicht auch mangels Alternativen – viel geschlafen, war oft in der Natur und habe teilweise sogar einfach vergessen, auf mein Handy zu schauen. Es ist, als wäre allein die Anwesenheit an einem so historischen Ort bereits ein kleiner Anstoß dafür, sich wieder auf die wahren Werte zu besinnen. Die Ruhe, Ausgeglichenheit und herzliche Gastfreundschaft der Mönche hat definitiv dazu beigetragen. Pater Gerwig erzählt, dass manche Leute nach dem Klosterurlaub innere Ruhe finden, indem sie lediglich Fotos vom Kloster betrachten. Und ich würde nicht ausschließen, dass es mir auch so geht – denn es war ein Aufenthalt, der bestimmt noch lange in mir nachwirken wird.
Ein Auszug aus dem Angebot von Klösterreich im Überblick:
Niederösterreich:
In Stift Geras werden zehntägige Fastenkurse angeboten, bei denen man wandert, meditiert, Achtsamkeitsübungen absolviert und von den Prämonstratenser Chorherren begleitet wird.

Seit mehr als 900 Jahren beten und arbeiten Benediktinermönche auf dem Göttweiger Berg. Wer gezielt Stille und Einkehr sucht, ist von Mai bis Oktober im Stift Göttweig willkommen.
Im Stift Seitenstetten stehen 21 Gästezimmer im Stift sowie drei Gästezimmer und ein Appartement im angrenzenden Meierhof für Ruhe und Stille sowie das Leben mit den Mönchen zur Verfügung.
Menschen, die ein wenig vom lebhaften Treiben des Alltags Abstand gewinnen wollen und eine Atmosphäre der Besinnung suchen, sind im Stift Lilienfeld herzlich willkommen.
Stille und Exklusivität genießen, entschleunigen, Kraft tanken und Sinn finden kann man bei einem Aufenthalt im Bendiktinerkloster Altenburg. Gäste haben auch die Möglichkeit an begleiteten Fastenwochen, Pilger- und Meditationswochenenden, Exerzitien oder Waldbadeseminaren teilzunehmen.
Oberösterreich:
Ein Haus der Ruhe, aber auch der Inspiration ist Stift Schlägl. Wer Erholung sucht, Abstand gewinnen und spirituell auftanken möchte, ist hier genau richtig.
Die Marienschwestern vom Karmel laden zum Kurs “Stille Tage im Kloster” ins Curhaus der Marienschwestern in Bad Mühllacken ein.
Gewinnspiel: Jetzt mitspielen und einen von drei Kurzurlauben gewinnen!
Der Österreichische Kneippbund verlost drei Kurzurlaube in Klöstern und Stiften der Initiative Klösterreich:
Zwei Übernachtungen im Zweibettzimmer inkl. Frühstück für zwei Personen im Stift Reichersberg im Wert von € 261,60 (einlösbar bis 20.12.2026).
BesucherInnen werden immer von einem der 13 Chorherren durch das Stift geführt und erfahren dabei viel über das Leben und Wirken der Priestergemeinschaft, deren Leitspruch „Mit Freude leben“ heißt. Ein umfangreiches Kurs- und Seminarangebot (z.B. Kalligrafie, Schnitz- oder Schmuck-Workshop), Konzerte und Märkte verdeutlicht dieses Motto.
Foto: (c) pedagrafie.de

Eine Übernachtung inkl. Frühstück für zwei Personen im Stiftsmeierhof (Stift Seitenstetten) im Wert von € 156,20 (einlösbar bis 31.12.2027).
Der „Vierkanter Gottes“ lädt seine BesucherInnen auf eine individuelle oder geführte Entdeckungsreise durch prunkvolle Räume, den historischen Hofgarten und die neue Äbtegalerie ein. Diese zeigt die spannende Geschichte anhand von ausgewählten Originalporträts früherer Äbte.
Foto: (c) Weinfranz.at

Eine Übernachtung inkl. Frühstück für zwei Personen im Doppelkomfortzimmer im Stift Lilienfeld im Wert von € 118,-.
Das größte mittelalterliche Kloster Österreichs ist ein Quell der Lebensfreude, Kraft & Inspiration. Im malerischen Mostviertel ist die riesige Anlage mit der größten Stiftskirche des Landes ein Ort des Staunens. Der Stiftspark mit Exoten und Baumriesen lädt zu Spaziergängen ein. Neben spirituellen und kulturellen Angeboten kann das imposante Stift bei einer Führung erlebt werden.
Foto: (c) Manfred Geiger

Einfach bis spätestens 15. Juni 2026 die Gewinnfrage beantworten, Name und E-Mail-Adresse ausfüllen, den Teilnahmebedingungen zustimmen und mit etwas Glück schon bald eine wohlverdiente Auszeit genießen.











