Wann haben Sie das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht? Wenn Sie jetzt nachdenken müssen, dann liegt es auf der Hand: Sie lachen zu wenig. Ihr Humor schlummert in irgendwelchen Untiefen, wo er nicht an die Oberfläche gelangen kann. Aber Humor ist im Prinzip die Initialzündung, um lachen zu können, und zugleich eine Grundstimmung. Zudem ist Humor sehr hilfreich, um das Leben aus einer heiteren Perspektive zu betrachten. Nicht umsonst sagt man, dass manche Menschen einen „Galgenhumor“ haben. Denn ihnen gelingt es, dem Leben, selbst in einer schwierigen Situation, eine humoristische Komponente abzugewinnen.
Unterschiedliche Färbung
Der Humor hat bei jedem Menschen eine unterschiedliche Färbung, je nachdem, ob er eine kindliche Leichtigkeit hat oder eher eine morbide Anmutung, etwa in Form des schwarzen Humors. So oder so kann er Menschen verbinden, aber auch Kopfschütteln verursachen, weil das Gegenüber nicht nachvollziehen kann, was denn jetzt so komisch oder lustig sein soll. Der Humor kann eine feine intellektuelle Komponente besitzen, oder eher eine erdigere, wie zum Beispiel, wenn es jemand zum Zerkugeln findet, wenn eine Torte in einem anderen Gesicht landet. Oft ist es eine andere skurrile Situation, die eine gewisse Situationskomik offenbart und einen heiter stimmt. Die wahren Meister des Humors sind letzten Endes diejenigen, die auch über sich selbst lachen können. Auf jeden Fall gilt: Wenn Menschen miteinander lachen, verbindet es sie und entschärft Konflikte. Gemeinsam lachen zu können, zeigt Vertrauen und Nähe und, dass man auf einer Wellenlinie ist.
Lachen oder Humor
Humor liegt die antik-mittelalterliche Säftelehre zugrunde, nach der das Temperament eines Menschen vom Verhältnis der Körpersäfte, gelbe sowie schwarze Galle, Schleim und Blut, zueinander abhängt. Das mit dem lateinischen Adjektiv „humid“ (feucht) verwandte Wort Humor stammt vom lateinischen „humor“, das „Flüssigkeit“, aber auch „Körpersaft“ bedeutet. Waren die Körpersäfte in einem ausgeglichenen Verhältnis, das dem betreffenden Menschen ein ausgeglichenes und heiteres Naturell bescherte, so sprach man im Englischen von „good humour“.
Während das Lachen eine reflexartige Reaktion ist, hat Humor damit zu tun, welche innere Einstellung oder Haltung wir zum Leben haben, und diese ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Jedenfalls sagt er sehr viel über die Art und Weise aus, wie wir mit Ereignissen in unserer Umgebung umgehen. Frustrieren uns Situationen, in denen es mal schlechter läuft, oder können wir sie mit einer gewissen Gelassenheit betrachten und ihnen im Nachhinein vielleicht sogar einen witzigen Aspekt abgewinnen? Die individuelle Art von Humor sagt auch etwas aus, wie wir anderen Menschen begegnen und mit ihnen kommunizieren.
Gelingt es Ihnen, Ihr Gegenüber hin und wieder in positive Stimmung zu versetzen oder gar zum Lachen zu bringen? Selbst wenn es bei manchen Zeitgenossen auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint: Jeder Mensch hat Humor, wenn auch nicht den gleichen.
In die Wiege gelegt
Ob Humor angeboren ist, lässt sich nicht definitiv sagen. Feststeht aber, dass Babys bereits im Alter von wenigen Monaten auf lustige Situationen reagieren können und oft glucksend lachen. Manche Menschen haben von Natur aus mehr Sinn für Humor als andere. Das hat u. a. damit zu tun, ob jemand extrovertiert oder introvertiert ist. Letztere Gruppe von Menschen traut sich nicht, aus sich herauszugehen. Das heißt jedoch nicht, dass sie keinen Sinn für Humor besitzt. Letztendlich ist er eine komplexe Mischung aus genetischen, kulturellen und individuellen Faktoren. Es gibt jedoch viele Umstände, die eine Auswirkung auf unseren Humor haben können. Zusätzlich ist unser Umfeld, also Bezugspersonen und die Erziehung, von Bedeutung. Wenn Eltern nur wenig Sinn für Humor haben und vielleicht das Kind immer wieder kritisieren: „Wieso lachst du denn jetzt schon wieder?“, dann wird dem Sprössling früher oder später im wahrsten Sinn des Wortes das Lachen vergehen. Er wird sich mehr und mehr zurücknehmen, da er zu der Überzeugung gelangt, dass Lachen etwas Schlechtes sei, sich nicht gehört oder es dumm ist bzw. wirkt, wenn man lacht.
Den Körper überlisten
Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens seinen individuellen Humor entdecken und das Lachen fördern, weiß Mag. Nina Fuchs, Apothekerin und Expertin für Lachyoga: „Jeder kann Lachen lernen, unabhängig von den äußeren Umständen, und man braucht auch nicht andere Menschen dazu“. Bei Lachyoga handelt es sich um ein Lachen ohne Grund – ein Lachen als Körperübung. Von der traditionellen indischen philosophischen Lehre Yoga wurden vorrangig die Atemtechniken übernommen. Das Training findet in Gruppen statt, die Teilnehmenden machen Übungen, die an Kinderspiele erinnern. „Durch diese Körperübungen werden die positiven Auswirkungen des Lachens auf Körper und Geist genutzt, da unser Organismus nicht zwischen simuliertem und echtem Lachen unterscheiden kann und wir die gleichen physiologischen und psychologischen Vorteile haben“. Die Expertin für Heiterkeit empfiehlt zur Entdeckung des individuellen Humors: „Als Einstiegsübung ist es hilfreich, 60 Sekunden die Mundwinkel nach oben zu ziehen oder sich am Handy eine ,Lachschatzkiste‘ anlegen – mit Fotos oder Melodien, die einen an eine lustige Situation erinnern. Auch eine Lachcreme kann ich empfehlen. Man stellt sich beim Eincremen vor, dass einen die Creme kitzelt.“
Lesen Sie weiter: Gesunheit & Humor











