Warum leben Füchse als Wildtiere so nahe bei uns?
Sie sind Kulturfolger. Das sind Tiere, die sich besonders gut an vom Menschen geprägte Lebensräume angepasst haben und dort häufig vorkommen. Sie „folgen“ also gewissermaßen der menschlichen Kultur und nutzen die durch uns geschaffene Umgebung wie Abfälle, Ackerfrüchte oder Haustiere.
Warum sind sie fürs Ökosystem wichtig?
Sie regulieren Mäusebestände, räumen Aas weg und tragen so zur Stabilität von der natürlichen Umgebung bei.
Wieso sollte man Füchse nicht füttern?
Füchse sind entzückende Tiere und werden daher von tierliebenden Menschen manchmal gefüttert. Sie gewöhnen sich daran und statten ihnen täglich Besuch ab, um sich Leckerbissen zu holen. Aber es besteht immer die Möglichkeit, dass Menschen den Wohnsitz wechseln und die Nachfolger kein Interesse daran haben, die Tiere weiter zu füttern. Diese haben sich an die konsequente Nahrungszufuhr gewöhnt und sterben dann eventuell. Ich rate also dringend von einer Fütterung ab. Außerdem sollten sie die Scheu vor uns nicht verlieren, da es sicherer ist, gewissen Abstand zu halten.
Können sie für uns gefährlich sein?
Es sind letztlich Raubtiere und können auch beißen. Man sollte sie daher in Ruhe lassen und keinesfalls streicheln. Eine zwar seltene, aber doch vorhandene Gefahr stellt die Übertragung des Fuchsbandwurmes auf Haustiere und Menschen dar. Über den Kot gelangen Wurmeier in die Umwelt. Nagetiere nehmen die Eier mit der Nahrung auf und in deren Organen entwickeln sich Larven. Frisst nun ein Fuchs oder ein Haustier wie Hund und Katze das infizierte Nagetier, entsteht der Wurm im Darm neu. Gefahr für den Menschen besteht in der unabsichtlichen Aufnahme von Eiern über ungewaschene Waldfrüchte oder Pilze. Auch der Kontakt mit kontaminierten Böden, Fuchskot oder infizierten Haustieren kann eine Infektion auslösen.
Wie äußern sich die Symptome beim Menschen?
Es bilden sich Zysten-ähnliche Strukturen, die vor allem in der Leber wie ein Tumor wachsen. Es dauert oft 5 bis 15 Jahre, bevor Beschwerden auftreten, aber eine Infektion ist ohne Behandlung lebensbedrohlich. In Österreich gibt es etwa 30 bis 40 neue Fälle pro Jahr.
Wie kann man einer Ansteckung vorbeugen?
Waschen Sie nach der Gartenarbeit Ihre Hände und nehmen Sie nur gründlich gesäuberte Waldfrüchte zu sich. Entwurmen Sie Ihre Haustiere regelmäßig, besonders wenn sie Mäuse fangen. Berühren Sie keine Fuchsbauten oder die Losung.
Worin besteht eine Behandlung?
Falls möglich, werden die betroffenen Leberteile entfernt oder Langzeittherapien mit Wurmmitteln verordnet. Heute ist die Erkrankung mit modernen Therapien meist kontrollierbar.
Wie kann man Füchse von Gärten am besten fernhalten?
Wenn Sie keinen Hund haben, legen Sie Hundehaare aus. Wir teilen uns aber nun einmal den Lebensraum – also sollte Panik vermieden werden.
Mehr Infos: tierschutz-austria.at
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