√ Im südlichen Burgenland werden die Ostereier in Stinatz mit filigranen Gravierungen verschönert. Mit scharfen Messern und ruhigen Händen ritzt man hier wunderschöne Muster in die buntgefärbten Eier. Damit diese nicht so schnell brechen, werden sie zuvor speziell behandelt. Die Tradition stammt von den Kroaten der Region ab und wird seit mehr als 100 Jahren weitergegeben.
√ In der Steiermark gibt es den Brauch der Weihfeuerträger. Am Karsamstag treffen sich Kinder mit „Gluttöpfen“ vor der Kirche, um ihren Zunder mit dem geweihten Feuer zu entzünden. Danach wird das Feuer von Haus zu Haus gebracht. Der Brauch stammt aus jener Zeit, als es noch keine Feuerzeuge oder Streichhölzer gab. Die Menschen konnten das Herdfeuer nicht ausgehen lassen, daher verwendeten sie eigene Gluttöpfe. Nur einmal im Jahr, am Karfreitag, ließ man das Feuer ausgehen. Am Karsamstag wurde es dann mit dem geweihten Feuer wieder entzündet.
√ In Osttirol, im Sonnendorf Virgen, hat jedes Jahr am ersten Samstag nach Ostern ein Widder seinen großen Auftritt. Mit Blumen und bunten Bändern wird er geschmückt und in einem Bittgang in das nächste Dorf (Obermauern) geführt. Dort findet dem Widder zu Ehren ein feierlicher Gottesdienst statt. Nach der Messe wird das Tier versteigert. Der Erlös kommt der Wallfahrtskirche zugute. Die Tradition geht auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück, als im Virgental die Pest herrschte und die Einwohner aus Dankbarkeit über die Erlösung der Plage zur Wahlfahrt nach Lavant aufbrachen. Dort wurde der Widder dann feierlich geopfert.
So unterschiedlich manche Bräuche auch sein mögen: Das klassische Verstecken von Nestern ist in ganz Österreich beliebt. Bevorzugt werden Schokolade, Eier und Spielsachen ins Nest gelegt. Laut einer Umfrage des österreichischen Handelsverbandes gaben die Österreicher im Jahr 2023 durchschnittlich 110 Euro für Ostern aus, davon 60 Euro für Geschenke, Schokohasen und Dekoration sowie 50 Euro für Festessen.
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