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Ein Trend ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physiotherapeuten mit anderen Gesundheitsdienstleistern (Foto: Sean Anthony Eddy/iStockphoto.com)
Ein Trend ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physiotherapeuten mit anderen Gesundheitsdienstleistern (Foto: Sean Anthony Eddy/iStockphoto.com)

Heilung durch Bewegung

Die Ursprünge der Physiotherapie reichen sehr weit zurück in der Geschichte. Schon in antiken Zivilisationen wurden verschiedene Formen von Massagen und medizinischen Bädern praktiziert. Die Anfänge dieser Therapien finden sich in den alten Kulturen von Ägypten, Griechenland und China. Der eigentliche Beginn der modernen Physiotherapie wird oft dem Berliner Arzt Dr. Albert C. Neumann zugeschrieben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann er, Gymnastik- und Bewegungstherapien zu unterrichten, die als grundlegende Bausteine für die Entwicklung der Physiotherapie gelten. Auf diesen Praktiken basiert das Verständnis der Bedeutung von Bewegung und körperlicher Aktivität bei der Genesung nach Verletzungen und Krankheiten. Im Verlauf der Zeit hat sich die Physiotherapie zu einer medizinischen Disziplin entwickelt, die sich auf die Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung der körperlichen Gesundheit und Bewegungsfähigkeit konzentriert. Sie umfasst eine Vielzahl von Therapien, Übungen und Techniken, um Verletzungen zu behandeln, die Mobilität zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Doch man kann Physiotherapie auch vorsorglich nutzen.

Balancegeräte in der Physiotherapie

Durch Verletzungen am Knie und Knöchel im vergangenen Jahr war für mich – nach Rücksprache mit meinem behandelnden Arzt – der Weg zum Physiotherapeuten klar. Sportphysiotherapeut Michael Ettenauer von „Med Space“ im niederösterreichischen Korneuburg hat mich über mehrere Monate hinweg regelmäßig betreut und mir immens dabei geholfen, wieder richtig gehen zu lernen, meine Beine und meine Füße korrekt zu bewegen und zu belasten. Begonnen haben wir mit Massagen, Dehnübungen mit Therabändern, klassischem Training wie Kniebeugen, auf Zehenspitzen vorwärts und rückwärts durchs Zimmer trippeln bis hin zu Sprungtechniken und vielem mehr. Um mein Gleichgewicht zu verbessern, meine Muskulatur zu stärken und die allgemeine Stabilität, Koordination und Mobilität zu fördern, wurden verschiedene Balancegeräte verwendet:

• Balancekissen/-pads. Diese weichen, instabilen Unterlagen erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Körperhaltung, um das Gleichgewicht zu halten. Sie sind vielseitig einsetzbar und können für verschiedene Übungen im Stehen, Sitzen oder Liegen verwendet werden.

• Wackelbretter/Balanceboards. Das sind kleine Plattformen mit einer instabilen Unterseite, die es erfordert, dass der Benutzer ständig Ausgleichsbewegungen ausführt, um das Gleichgewicht zu halten. Sie sind ideal, um Gleichgewicht und Koordination zu trainieren.

• Therapiekreisel. Diese drehbaren Plattformen erlauben Rotationen des Oberkörpers, was die Stabilität und die körpereigene Wahrnehmung verbessert. Sie helfen bei der Stärkung der Muskeln und der Verbesserung des Gleichgewichts.

• Balancewippen/Pezzibälle. Diese werden für eine Vielzahl von Übungen eingesetzt, um die Stabilität zu optimieren. Beide erfordern eine aktive Muskelbeteiligung, um das Gleichgewicht zu halten.

Für wen ist eine Physiotherapie gut?

Wie ich selbst, profitiert auch eine Vielzahl von Menschen von physiotherapeutischer Betreuung. Sporttreibende, Personen, die sich von Verletzungen oder Operationen erholen, Menschen mit chronischen Schmerzen oder neurologischen Erkrankungen – sie alle können von Physiotherapie Unterstützung erhalten, um die Funktionen des Körpers wiederherzustellen, Lebensqualität zu verbessern und wieder in Bewegung zu kommen. „Je nach Beschwerdebild gehe ich individuell auf meine Patienten ein, so haben Leistungsportler andere Ziele als Hobbysportler oder Menschen mit altersbedingten Beschwerden“, verrät Michael Ettenauer. Dabei setzen Physiotherapeutinnen und -therapeuten eine Vielzahl von Behandlungsmethoden ein, etwa manuelle Therapie, Übungen, Elektrostimulation, Kälte- und Wärmeanwendungen sowie neuere Technologien wie Telemedizin, die es ermöglichen, Patienten auch fernab der Praxis zu betreuen. Fortschritte in der Technologie haben nicht zuletzt zu innovativen Geräten geführt, wie z. B. Exoskelette, die auf Virtual Reality basieren, oder tragbaren Sensoren für die Bewegungsanalyse. „Wichtig ist für mich der regelmäßige Austausch mit dem Arzt, denn dadurch wird der Behandlungsplan und der Therapieerfolg einmal mehr optimiert“, betont der Experte.

„Ich verwende gerne die Stoßwelle, denn es zeigt sich immer wieder, dass damit gute Resultate erzielt werden. Am liebsten setze ich sie bei Muskelverletzungen ein.“

Michael Ettenauer, Sportphysiotherapeut

Trends & Prävention

„Die Prävention spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Physiotherapie. Vorbeugende Übungen, ergonomische Beratung und Bewegungsempfehlungen tragen dazu bei, Verletzungen -bei Sport, aber auch im Alltag – zu vermeiden und die Gesundheit zu fördern“, so Ettenauer. Ein weiterer Trend ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physiotherapeuten mit anderen Gesundheitsdienstleistern, um die
bestmögliche Betreuung der Patienten sicherzustellen. „Physiotherapeuten stehen vor Herausforderungen wie der Integration neuer Technologien, der Behandlung komplexer Fälle und dem Umgang mit demografischen Veränderungen. Dennoch zeigt die Zukunft vielversprechende Ansätze, wie etwa die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) und datengesteuerten Ansätzen zur personalisierten Behandlung“, so der 33-jährige Experte, der selbst auch Fußballer und Sportfan ist. „Die Rolle der Physiotherapie in der Gesundheitsversorgung wird sich künftig vermutlich noch erweitern, wobei ein stärkerer Fokus auf Prävention und ganzheitliche Betreuung erwartet wird.“ Die Physiotherapie hat jedenfalls heute schon eine transformative Reise hinter sich. Und die geht noch weiter. So wird aus der ursprünglich reinen Rehabilitationsmethode ein integraler Bestandteil des modernen Gesundheitswesens.

Krafttanken beim Wellbeing

Bei Wellbeing wird das ganzheitliche Wohlbefinden mental und physisch gestärkt. Tipp: Zwischen Gardasee und dem UNESCO Welterbe Brenta-Dolomiten im Gebiet Terme di Comano liegt die gleichnamige Therme Comano. Mehrere Saunen, ein großzügiger Kneipp-Weg, ein 14 Hektar großer Park und eine Vielzahl an Massagen und Wellnessanwendungen stehen auf dem Programm. Dazu: 27 °C warmes Thermalwasser, Waldbaden, Yoga, Olivenöl-Verkostungen, Marktbesuche oder – im Valle di Ledro, einem Tal ohne Lichtverschmutzung – einfach den herrlichen Sternenhimmel beobachten. 

Mehr Infos: gardatrentino.it/de

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