Zum Inhalt springen
Aus Kräutern lassen sich zahlreiche Tinkturen und Öle herstellen.
(c) Pixabay

Heilsame Hausmittel: Kräuter in jeder Form

Viele Hausmittel lassen sich unkompliziert selbst herstellen und unterstützen unseren Körper bei Verstauchungen, Erkältungen oder Bauchschmerzen. Die bekannteste Form der Kräuteranwendungen ist der klassische Tee, der bei fast allen kleineren Problemchen zum Einsatz kommen kann. Auch als gesunde Würze für viele Speisen sind Kräuter allseits beliebt. Doch die duftenden Alleskönner helfen uns auch in anderer Form weiter. Wir haben Rezepte für Salben, Wickel und Umschläge gesammelt, die als Erste Hilfe bei Beschwerden aller Art dienen können. Einen Leitfaden für Hausmittel hat auch die Österreichische Apothekerkammer herausgegeben.

Wichtig: Bei starken oder anhaltenden Beschwerden nicht (nur) auf Hausmittel setzen, sondern die Ursachen medizinisch abklären lassen. Denn die Helferchen aus der Naturapotheke dienen zwar als Unterstützung, nicht jedoch als Ersatz für eine notwendige schulmedizinische Behandlung!

Erste Hilfe bei Schnupfen

Die große Erkältungszeit beginnt zwar erst im Herbst – doch auch im Sommer kann sich durch Klimaanlagen und dem Wechsel zwischen Hitze und kühlen Innenräumen rasch ein Schnupfen breitmachen. Selbstgemachte Salben fördern das Durchatmen und lösen hartnäckigen Nasenschleim. 

Majoransalbe: 10 g getrockneten Majoran mit 85 ml Mandelöl übergießen, sanft erwärmen, über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag erneut erwärmen und mit 15 g geschmolzenen Bienenwachs vermengen, bis eine geschmeidige Textur entsteht.

Eukalyptussalbe: Eukalyptus und Menthol sind bekannt für ihre nasenputzende Wirkung. 100 ml Sonnenblumenöl mit 10 g Bienenwachs erwärmen und das Wachs schmelzen. Etwas abkühlen lassen und je 5 Tropfen Eukalyptusöl, Minzöl und Mentholöl hineingeben. Alternativ kann eines der Öle auch durch Thymianöl ersetzt werden.

Die Salben können bei Schnupfen direkt unter der Nase oder auf dem Nasenrücken aufgetragen werden.

Entspannung bei Bauchschmerzen: Kompresse

Der Klassiker bei Bauchschmerzen: viel Wärme, eine Wärmflasche – und vielleicht ein Kräuterwickel.
Bei Schmerzen ist oft Wärme hilfreich (c) Pixabay

Die Klassiker bei Bauchschmerzen sind Tee und eine Wärmflasche. Unterstützend kann jedoch auch eine Bauchkompresse mit darmfreundlichem Tee angewandt werden.

So geht’s: Kümmel-, Anis- oder Kamillentee zubereiten (auch eine Kombination oder eine fertige Magen-Darm-Mischung ist möglich). Bei der Tee-Zubereitung einen Teller oder ein dickes Tuch über die Tasse legen, damit die ätherischen Öle nicht verloren gehen. Danach ein Tuch mit dem warmem Kamillen-, Fenchel- oder Kümmeltee tränken und auf den Bauch legen. Darüber ein weiteres Tuch breiten und mit einem Wolltuch sowie einer Wärmflasche abschließen. 30 Minuten mit der Kompresse am Bauch ruhen und im Idealfall die Beine ein wenig hochlagern.

Achtung: Sind die Bauchschmerzen sehr stark oder treten in Zusammenhang mit anderen Beschwerden wie starkem Erbrechen und hohem Fieber auf, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.

Leberwickel – Wellness für die Leber

Ständige Müdigkeit, Völlegefühl oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch können Anzeichen dafür sein, dass die Leber überlastet ist. Das ist oft nach erhöhtem Alkoholkonsum und fettem Essen der Fall. Neben dem Verzicht auf ungesunde Lebensmittel, Zucker und Alkohol kann ein entgiftender Leberwickel dabei unterstützen, das beleidigte Organ wieder zu beruhigen.

So geht der Leberwickel: Heublumen in einen Leinensack füllen und über heißem Wasserdampf erhitzen. Auf ca. 45 Grad abkühlen lassen, gut ausdrücken und dann auf den rechten Oberbauch (wo sich die Leber befindet) legen. Fest mit einem Wolltuch umwickeln, damit das Leinensackerl nicht verrutschen kann, und etwa 20 Minuten einwirken lassen.

Aus getrockneten Kräutern kann man beispielsweise Salben oder Wickel herstellen.
(c) Pexels

Wenn die Füße der Blase helfen

Bei einer Blasenentzündung gilt vor allem: viel trinken, im Idealfall ausspülende Tees mit Brennnessel oder Birkenblättern. Auch Preiselbeeren und Cranberrys (z. B. als Saft) helfen dabei, die lästigen Bakterien loszuwerden. Kaum jemand weiß jedoch, dass auch ein Fußbad mit ansteigenden Temperaturen dabei unterstützen kann, die Blase wieder fit  zu machen.

Heublumen-Fußbad: Ca. zwei Handvoll Heublumen mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Den Heublumenaufguss in einer Fußbadschüssel mit warmem Wasser verrühren und als Fußbad verwenden. Jede Minute sollte dabei wärmeres Wasser nachgegossen werden, bis das Wasser ca. 42 Grad hat. Dann noch drei Minuten baden, anschließend die Füße gut abtrocknen und warme Socken anziehen.

Wohltuend bei Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen wird vor allem eines empfohlen: Wärme – völlig egal, ob als Wärmflasche, Infrarotlichtlampe, Kirschkernkissen oder Wärmepflaster. Tipp Nr. 2: sanfte Bewegung, etwa durch einen Spaziergang oder ein paar Längen im Schwimmbad. Und nicht zuletzt helfen auch Massagen, die schmerzhaften Verspannungen zu lösen.

Dabei hilft ein selbstgemachtes Massageöl: 50 ml Mandelöl mit 20 Tropfen Rosmarinöl, 10 Tropfen Lavendelöl und 10 Tropfen Fichtennadelöl vermengen – fertig ist das durchblutungsfördernde Massageöl. Alternativ können z. B. auch Teufelskrallenöl, Eukalyptusöl oder Pfefferminzöl beigemengt werden.

Gelbe Blüten gegen blaue Flecken

Bei Verstauchungen und Prellungen kommt Arnika zum Einsatz: Die gelbe Blume wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend. Als Salbe und Gel ist sie in Apotheken erhältlich; als einfach gemachter Aufguss kann sie in Form von Wickeln und Umschlägen ebenfalls für Linderung sorgen.

Arnika-Umschlag: 2 TL getrocknete Arnikablüten mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Aufguss abkühlen lassen, ein Tuch damit tränken und einen Umschlag für die verstauchte/geprellte Stelle machen (nur bei unverletzter Haut!).

Alles klar mit Kamille

Kamillentee: Ein duftendes Allroundtalent, etwa bei Bauchschmerzen
(c) Pexels

Bei Hautirritationen und Unreinheiten gibt es eine ganze Liste an heilsamen Kräutern: antibakteriell wirkender Thymian, kühlende Pfefferminze, entzündungshemmender Koriander oder beruhigende Ringelblume. Auch die Kamille darf bei dieser Aufzählung nicht fehlen: Sie wirkt desinfizierend und stark entzündungshemmend. Unser Tipp: Gemeinsam mit Heilerde bildet sie ein unschlagbares Duo für eine schöne Haut. Gemeinsam mit anderen Kräutern sorgt sie in Form eines Dampfbads für eine strahlende Haut inklusive Wellness-Faktor.

So geht’s: 2 EL Heilerde mit einigen Löffeln kaltem Kamillentee zu einem Brei verrühren, auf das Gesicht auftragen und ca. 20 Minuten einwirken lassen. Danach vorsichtig abwaschen.

Kräuter-Dampfbad: Kamillentee eignet sich auch hervorragend für ein wohltuendes Dampfbad zur Hautklärung. Kamillenblüten (eventuell gemeinsam mit Lavendel oder Thymian) aufkochen und das Gesicht für 10 Minuten in den Dampf halten. Die Wärme und Feuchtigkeit fördern die Durchblutung der Haut, die ätherischen Öle wirken reinigend und beruhigend.

Übrigens: Gute Tipps, wie man Kräuter richtig konservieren und aufbewahren kann, gibt es hier.

Teilen Sie diesen Beitrag

Österreichischer Kneippbund

Dem Österreichischen Kneippbund gehören heute mehr als 30.000 Mitglieder an, denen in rund 200 Kneipp Aktiv-Clubs ein vielfältiges Gesundheitsprogramm angeboten wird. Regelmäßig erscheint zudem die Kneipp-Zeitschrift – mit vielen praktischen Tipps für mehr Gesundheit im Alltag.

Wichtige Links

[su_menu name=“Footer S2 Shop Allgemein“ class=“footer_menu“]

[su_menu name=“Footer S2 Rechtliches“ class=“footer_menu“]

Kneipp Shop

[su_menu name=“Footer S3 Shop“ class=“footer_menu“]

Kneipp Themen

[su_menu name=“Footer S4 Main“ class=“footer_menu“]

[su_menu name=“Footer S4 Aktuelle Schwerpunkte“ class=“footer_menu“]