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“HAPPY BIRTHDAY”: 201 Jahre Sebastian Kneipp

  • Allgemein
  • 7 Min. Lesezeit

Vor genau 201 Jahren – am 17. Mai 1821 – wurde in Stephansried im Allgäu ein ganz besonderer Mann geboren. Sein Lebenswerk leistet uns auch heute noch Tag für Tag wertvolle Dienste zur Stärkung von Gesundheit und Wohlbefinden und bildet die Grundlage unserer Vereinsarbeit. Sebastian Kneipp hat uns mit seinem Kneipp-Programm ein großartiges Erbe hinterlassen, aus dem jeder von uns schöpfen kann, um Körper, Geist und Seele für die vielen Herausforderungen des Alltags zu wappnen.

Das bewegte Leben des “Wellness-Pioniers”

Wasserdoktor, Cholerakaplan, Kräuterpfarrer, Heilkundiger – schon zu Lebzeiten war Sebastian Kneipp ein internationaler Star. Ein Vorreiter in Sandalen auf dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge, ein Influencer seiner Zeit und ein Selfmademan in Start-up-Projekten. Ein Magnet für Heilsuchende, Garant für Tourismus-Aufwind, Liebling der Promis, Hoffnungsschimmer der Armen. Laut Wikipedia galt er zu Beginn des 20. Jahrhunderts als der bekannteste Deutsche nach Bismarck. Und heute noch steht Kneipp für ganzheitliche Gesundheit und Naturverbundenheit.

“Tut früh genug etwas für Eure Gesundheit, damit größere Übel sich nicht so leicht einstellen.

Sebastian Kneipp (1821 – 1897)

Prägende Jahre im Überblick
(aus dem Artikel “Kneipp, der Superstar” von unserer Kneipp-BEWEGT-Redakteurin Dr. Susanna Sklenar in der Jubiläumsausgabe vom Mai 2021)

1821
Kneipp wird am 17. Mai 1821 in Stephansried bei Ottobeuren im bayrischen Allgäu als Sohn des Leinenwebers Xaver und seiner Frau Rosina geboren. Er wächst mit vier Schwestern in armen Verhältnissen auf.

1827–1839
Besuch der Dorf- und Sonntagsschule in Stephansried. Schon als Schulkind arbeitet er täglich mehrere Stunden am Webstuhl und trägt zum Unterhalt der Familie bei. Später mutet er sich als Knecht, Maurer und Tagelöhner jahrelang schwerste körperliche Arbeit zu, um Geld für das ersehnte Priesterstudium zu sparen.

1842
An seinem 21. Geburtstag brennen in Stephansried 13 der 14 bestehenden Häuser nieder, auch sein Elternhaus und damit alle seine Ersparnisse. Er hilft beim Wiederaufbau. Im Sommer kommt er zu Kaplan Matthias Merkle nach Grönenbach, der ihn auf das Studium vorbereitet. Den Lebensunterhalt verdient er als Knecht beim Ortsvorsteher.

1844
Mit 23 Jahren beginnt Kneipp das Gymnasium in Dillingen.

1846
Er erkrankt an Lungentuberkulose, an der er während der ganzen Gymnasialzeit leidet.

1848
Nach der erfolgreichen Reifeprüfung beginnt Kneipp mit 28 Jahren in schlechter körperlicher Verfassung sein Theologiestudium in München.

1849
Sebastian Kneipp ist todkrank. Die Ärzte geben ihn auf. In der Hofbibliothek findet er das Büchlein von J.S. Hahn „Von der Kraft und Wirkung des frischen Wassers“. Mit letzter Hoffnung nimmt er dreimal wöchentlich in der winterlich eiskalten Donau kurze Tauchbäder.

1850
Langsam bessert sich Kneipps Gesundheit. Er erhält einen Freiplatz am Georgianum in München und setzt dort sein Theologiestudium fort. Tägliche Wasseranwendungen sind inzwischen zum festen Bestandteil seines Lebens geworden. Am Georgianum behandelt er zum ersten Mal heimlich Kommilitonen, die an Tuberkulose erkrankt sind.

1852
Priesterweihe im Dom zu Augsburg und Primiz in der Barockkirche in Ottobeuren, in der er auch getauft wurde. Seine erste Berufung bringt ihn als Kaplan nach Biberbach.

1853
Kneipp ist Kaplan und Pfarrvikar im Bauerndorf Boos bei Memmingen. Im Februar wird gegen ihn die erste Anzeige wegen Kurpfuscherei erstattet, da er eine cholerakranke Magd mit heißen Wickeln behandelt hat. Er wird zu einer Geldbuße verurteilt. Ironischerweise stellt er auch dem Richter eine Kuranweisung gegen Gicht aus.

1854
In München bricht die Choleraepidemie aus und verbreitet sich in ganz Bayern und Schwaben. 2.000 Menschen sterben, auch Kneipps Vater. Kneipp selbst behandelt erfolgreich 42 Choleraerkrankte in Boos, sorgt damit für Aufsehen und erhält den Beinamen „Cholera-Kaplan“. Ende des Jahres wird Kneipp nach Augsburg versetzt und wird Stadtkaplan in der Kirche St. Georg.

1855–1880
Kneipp wird Beichtvater und Hausgeistlicher im Dominikanerinnenkloster Wörishofen
(1855). Fortan baut er die Landwirtschaft des Klosters wieder auf, schreibt Fachbücher, richtet eine Kräuterapotheke ein und gründet im Nachbardorf eine Mädchenschule für Haus- und Landwirtschaft. Nach und nach kommen immer mehr Hilfesuchende nach Wörishofen, zunehmend auch aus wohlhabenderen Kreisen. Zugleich schüren seine Erfolge Neid in der Ärzteschaft.

1881
Kneipp wird Pfarrer in Wörishofen.

1884
Zusammenarbeit mit den Ärzten Dr. Bernhuber (wird erster ärztlicher Mitarbeiter Kneipps) und Dr. Kleinschrod.

1886–1889
Kneipp schreibt die Bücher „Meine Wasserkur“ und „So sollt ihr leben“, die, in viele Sprachen übersetzt, Bucherfolge des Jahrhunderts werden. Allein im August 1889 gibt es bereits 4.000 Heilsuchende in Wörishofen.

1890
Am 14. Dezember gründet der Verleger Ludwig Auer aus Donauwörth den ersten
Kneipp-Verein. Kneipp selbst wird Ehrenpräsident.

1891
Erste „Kneipp-Blätter“ erscheinen. Das Sebastianeum in Wörishofen (Kneipps erste Stiftung als Kompetenzzentrum für Kneipp-Therapie und naturheilkundlich orientierte Rehabilitation und Prävention) wird gegründet.

1892
Beginn von Kneipps Vortragsreisen: In den kommenden Jahren bereist Kneipp in Begleitung von Pfarrer Aloys Stückle fast ganz Europa. Sein Bittgesuch an den Prinzregenten Luitpold von Bayern, die Hydrotherapie an den Universitäten als Pflichtfach einzuführen, bleibt allerdings unbeantwortet. Beginn der Zusammenarbeit mit Dr. Baumgarten und Prior Reile.

1893
Eröffnung des Kinderasyls (Kneipps zweite Stiftung als Kinderheilstätte). Mit dem Titel „Monsignore“ ernennt Papst Leo XIII. Kneipp zum päpstlichen Geheimkämmerer.

1894
Gründung des Internationalen Kneipp-Ärztebundes unter Vorsitz von Dr. Alfred Baumgarten, Kneipp wird Ehrenpräsident. Weltweit bestehen bereits mehr als 100 Kneipp-Kurhäuser. Ende des Jahres erscheint in Zusammenarbeit mit Dr. Baumgarten „Mein Testament“. Zudem behandelt Kneipp in vier Privataudienzen Papst Leo XIII.

1895
Kneipp selbst ist bereits gesundheitlich angeschlagen, erholt sich jedoch wieder.

1896
Gründung des Kneippianums in Wörishofen (Kneipps dritte Stiftung). Kneipp absolviert seine letzte Vortragsreise nach St. Gallen.

1897
Gründung des Internationalen Kneippbundes (75 Vereine und 10.000 Mitglieder). Wörishofen wird zum Kneippkurort mit ärztlich geleiteten Sanatorien. Bei Kneipp wird ein Tumor im Unterleib festgestellt. Eine Operation lehnt er aber ab.

1897
Am 17. Juni, um 4:30 Uhr morgens, stirbt Kneipp im Alter von 76 Jahren. Es langen Beileidsbezeugungen aus aller Welt ein. Am 26. Juni wird er unter einer immensen Anteilnahme der Bevölkerung und weitgereisten Gästen in Wörishofen beerdigt.

Kneipp, der Superstar …

Den ausführlichen Artikel und viele weitere Texte und Infos zum Leben und Wirken Sebastian Kneipps gibt’s in der Kneipp-BEWEGT-Jubiläumsausgabe zu dessen 200. Geburtstag. Ein kostenloses Exemplar der Jubiläumsausgabe kann – ebenso wie ein kostenloses aktuelles Probeexemplar des Gesundheitsmagazins “Kneipp BEWEGT” – im Kneipp-Bundessekretariat unter +43 (0) 3842 / 217 18 oder per Mail an office@kneippbund.at angefordert werden.

“Haltet Euch von innen heraus stark! Die Lebenskraft wird in der Krankheit zur Heilkraft. Der feste Wille und das Vertrauen wirken durch sich allein schon kräftigend und stärkend.

Sebastian Kneipp (1821 – 1897)

Fünf Säulen für Gesundheit und Wohlbefinden

Aktuell und nützlich wie eh und je

Heute wird der wertvolle Kneipp-Wissensschatz vor allem in den Kneipp-Aktiv-Clubs gelebt und weitergetragen. Neben den klassischen Kneipp-Wasseranwendungen (Anleitungen für Knieguss, Armbad und Wassertreten findet ihr auch in unserem Blogbeitrag zum Weltwassertag) hält das Kneipp-Programm auch wertvolles Wissen und praktische Tipps rund um Heilkräuter, gesunde Ernährung, Bewegung und Lebensordnung für uns bereit. Es ist weder zeit- noch kostenintensiv, sondern ganz einfach auch zu Hause durchführbar. Übrigens: Seit Oktober 2020 ist das Kneippen auch hierzulande offiziell als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt (hier gibt’s mehr Infos dazu …).

Gesunder Genuss?! Selbstverständlich geht das …

Abschließend möchten wir Euch anlässlich des Kneipp-Geburtstags und passend zu unserem Jahresschwerpunkt Diabetesprävention zwei gesunde Rezeptvorschläge unserer TEM-Ernährungsexpertin Michaela Hauptmann präsentieren:

Zuckerreduzierte Gaumenfreuden

In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Freude beim Nachkochen und beim Genießen und einen schönen (Kneipp-Geburts-)Tag!

Österreichischer Kneippbund

Dem Österreichischen Kneippbund gehören heute mehr als 30.000 Mitglieder an, denen in rund 200 Kneipp-Aktiv-Clubs ein vielfältiges Gesundheitsprogramm angeboten wird. Regelmäßig erscheint zudem die Kneipp-Zeitschrift – mit vielen praktischen Tipps für mehr Gesundheit im Alltag.