Die winterliche Jahreszeit bietet nicht nur Punschstände und mit Lichterketten geschmückte Parks, sondern auch Bewegungsspaß an der frischen Luft. Während viele Trainings in diesen frostigen Monaten in Innenräume verlegt werden, beginnt nun endlich die Saison für den im wahrsten Sinne coolen Sport. Ob auf perfekt präparierten Kunsteisbahnen oder in besonders kalten Wintern sogar auf Natureisflächen Eislaufen ist eine sportliche Aktivität, die für fast alle geeignet ist. Von Jung bis Alt und von Anfänger bis ambitioniertes Talent. Sportmediziner Dr. Robert Fritz von der Sportordination: „Eislaufen kann man in jedem Alter, und man braucht kein großes Können, um viel Spaß zu haben. Bei diesem Sport lassen sich verschiedene Altersgruppen und verschiedene Leistungsniveaus unkompliziert miteinander verbinden“.
Die Kleinsten können an der elterlichen Hand erste Schritte auf dem Eis wagen oder vergnügt Eislaufhilfen in Form von Pinguinen oder Eisbären vor sich herschieben. Wer schon routinierter ist, dreht mit Freunden oder dem Partner gemächliche bzw. auch schnelle Runden, besonders erfahrene Läuferinnen und Läufer versuchen sich auch im Eistanz.
Sturzverletzungen minimieren
Einschränkungen beim Eislaufen betreffen nur jene Leute, denen der Sport Probleme bereiten könnte. „Etwa Menschen, die unter Osteoporose (Sturzgefahr), einer akuten Verletzung am Bewegungsapparat oder einer akuten internistischen Erkrankung leiden – da bitte vorher mit einem Sportarzt sprechen“, betont Dr. Fritz. „Ein gut eingestellter Bluthochdruck hingegen ist bei weitem kein Grund, sich nicht aufs Eis zu wagen.“
Damit das eisglatte Vergnügen auch in der Tat ungetrübt bleibt, sollte man – ob Anfänger oder Fortgeschrittener – nicht ohne entspreche Ausrüstung auf die blanke Fläche. „Beim Eislaufen gibt es eine gewisse Sturzgefahr, deshalb sollte jeder zumindest Handschuhe tragen. Wer noch sehr unsicher beim Fahren ist, kann sich mit Protektoren für Ellbogen, Handgelenke und Knie schützen. Diese kann man auch unter der Kleidung tragen, dann sieht man sie gar nicht. Besonders bei Kindern, aber eigentlich bei jedem, ist zudem ein Helm ratsam“, empfiehlt der Sportmediziner.
Gleichgewichtssinn trainieren
Schuhe – und auch Helme – kann man bei vielen Eislaufplätzen ausborgen. Bei ersteren kann man sich darauf verlassen, dass die Kufen frisch geschliffen sind und gut auf dem Eis greifen, man also sicherer auf der glatten Fläche steht. Und das ist nicht unwesentlich bei einem Sport, bei dessen Ausübung man schon mal aus dem Gleichgewicht kommen kann. Dr. Fritz: „Bei vielen Menschen ist der Gleichgewichtssinn verkümmert, weil wir ihn im Alltag nur noch selten trainieren. Das kann man sich aber schnell wieder aneignen.“ Übungen, um sich wieder sicher auf dem Eis zu bewegen, kann man zuhause einfach in den Tagesablauf integrieren. Dazu gehört z. B. der klassische Einbeinstand, den man beim Zähneputzen, Kochen oder Fernsehen bestens üben kann, oder Gleichgewichtsübungen auf einem instabilen Bord oder einem Kissen. „Das Gleichgewichtstraining hilft auch im Alltag, besonders im Winter, wenn Gehsteige ohnehin oft glatt sind“, weist der Experte auf den doppelten Nutzen hin. Und wer sich auf dem Eis dann wieder richtig sicher fühlt, kann sogar versuchen, rückwärtszufahren oder Kreise zu drehen.
Muskelaufbau und Grundlagenausdauer
Das macht nicht nur Spaß, sondern beansprucht auch eine ganze Reihe von Muskeln, „wie die Gesäßmuskulatur, die Beininnen- und -außenseite, den Hüftbeuger, -strecker sowie die Rumpfmuskulatur“. Zudem wird der Rücken gekräftigt. Generell ist Eislaufen ein sehr vielfältiger Sport, betont der Mediziner: „Koordination, Reaktionszeit und Beweglichkeit werden ebenfalls gefordert.“ Aber auch das Herz-Kreislauf-System kommt in Schwung. „Auf größeren Eisflächen kann man eine aerobe Ausdauerbelastung erreichen, das Fahren muss gar nicht schweißtreibend sein, speziell die Grundlagenausdauer lässt sich sehr gut trainieren – schon 20 Minuten auf dem Eis bringen einen tollen Benefit für die Gesundheit.“
Das richtige Outfit
Zwar gibt es auch Hallen, in denen man Eislaufen kann, aber mehr Vergnügen macht es unter freiem Himmel. Was das Erscheinungsbild der Läufer anlangt, gibt es eine ganze Bandbreite: Die einen laufen in Shirt und Jeans, andere im Schianzug. Tipp des Arztes: „Ich empfehle Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip. Wird es in der Bewegung zu warm, kann man Schicht für Schicht reduzieren. Die exponierten Bereiche wie Kopf oder Hals sollte man mit Mütze und Schal schützen. Denn auch, wenn es gut ist, das Immunsystem in der kalten Luft zu fordern, überfordern sollte man es nicht“.
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