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Längeres Nicht-Essen entlastet sämtliche Organe und verbessert somit ihre tägliche Entgiftungsleistung (Foto: YakobchukOlena/iStockphoto.com).
Längeres Nicht-Essen entlastet sämtliche Organe und verbessert somit ihre tägliche Entgiftungsleistung (Foto: YakobchukOlena/iStockphoto.com).

Fasten und Entgiften im Alltag

Es gibt sehr viele unterschiedliche Fastenarten, die von mehreren Stunden bis zu mehreren Tagen reichen. Beim Intervallfasten nutzt man in der Regel ein tägliches Zeitfenster von 16 oder mehr Stunden, in dem man keine Nahrungskalorien zu sich nimmt. Beim klassischen 16:8-Protokoll beträgt das Fenster zur Nahrungsaufnahme acht Stunden pro Tag, während beim 20:4 Fasten (Warrior Diet) nur mehr vier Stunden zur Nahrungsaufnahme übrigbleiben. Beim „One Meal A Day“-Fasten (OMAD) reduziert sich die Kalorienzufuhr sogar auf eine einzige Mahlzeit pro Tag. Daneben gibt es noch viele weitere Fastenkuren, die auf mehrere Tage bis Wochen ausgelegt sind, aber gerade für Neulinge professionelle Betreuung erfordern.

Interessierte Einsteiger sollten sich langsam an das Thema herantasten, indem sie die Fastenintervalle Schritt für Schritt verlängern, bis die gewünschte Intervalldauer erreicht ist. Wem das anfangs unangenehm erscheint, kann z. B. an zwei bis drei Tagen fasten und den Rest der Woche ganz normal wie bisher essen. Eine einfache Form des Fastens ist das „meal-skipping“ – also das Auslassen einer Mahlzeit. Viele Menschen hierzulande betreiben dies bereits, indem sie das Mittagessen oder das Abendessen bewusst auslassen. Andere entscheiden sich dazu, abwechselnd einen Tag normal zu essen und den Folgetag vollständig zu fasten. Auch dies kann ein sehr praktikabler Weg des intermittierenden Fastens. So unterschiedlich die Fastenoptionen sind, so vielfältig sind auch die positiven Effekte des Fastens auf die
individuelle Gesundheit und Entgiftung.

Umweltgifte im Alltag

Gesundheitsschädliche, belastende Stoffe aus der Umwelt lassen sich in unserem Leben kaum mehr vermeiden, denn sie finden über die Nahrung, Wasser, Luft und andere „Trägermedien“ täglich ihren Weg in unseren Körper. Dort sind sie in der Lage, Zellen zu schädigen und über oxidativen Stress und Entzündungsprozesse unsere Zellalterung zu beschleunigen. Feinstaub in der Luft, aber auch Stickoxid
(durch Autoabgase), Schwefeldioxid (entsteht bei der Verbrennung von Kohle und Öl) und Ozon reizen und schädigen unsere Atemwege. Formaldehyd sowie Flüchtige organische Verbindungen (VOCs) – in manchen Möbeln, Farben, Klebstoffen – gelten als krebserregend und können Kopfschmerzen sowie Allergien auslösen. Schwermetalle wie Blei und Quecksilber findet man z. B. im Reifenabrieb von Fahrzeugen, in Porzellanbeschichtungen, manchen Impfstoffen, Farben und Lacken, Rohrleitungen und Trinkwasser sowie fallweise in Kosmetikprodukten.

Aluminium, das im Verdacht steht, an der Auslösung neurodegenerativer Erkrankungen beteiligt zu sein, ist Teil diverser Lebensmittelverpackungen, Küchenutensilien, Sport- und Elektrogeräte. Erwähnenswert sind auch als krebserregend eingestufte Dioxine und Amine, die nicht selten in industriell gefertigten Nahrungsmitteln vorkommen. Mittlerweile können bei manchen Menschen Rückstände von Glyphosat und anderen Pestiziden aus der Landwirtschaft im Urin gemessen werden. Auch wenn die Mengen all dieser für den Menschen schädlichen Stoffe pro aufgenommene Portion gering sind, ist ein Akkumulationseffekt im Körper mit all seinen Konsequenzen für die Gesundheit bzw. die vorzeitige Alterung nicht auszuschließen.

Wichtige Detox-Prozesse

Vor dem Hintergrund solcher und weiterer täglicher Belastungen für unseren Organismus ist das bewusste Entgiften bzw. die Förderung der körpereigenen Entgiftungsleistung empfehlenswert. Zwar verfügt unser Körper über eine Vielzahl automatisch ablaufender Detox-Mechanismen, aber diese können
aufgrund der mannigfaltigen Belastungen oft nicht mehr für ausreichende Entlastung sorgen. Leber, Nieren, Lunge, Haut und Lymphsystem benötigen nicht nur ein Arsenal hochwertiger Wirkstoffe (Bitterstoffe, Mineralstoffe, Vitamine), um potenziell toxischer Belastungen Herr zu werden, sondern vor allem auch Zeit. Solange unser Körper jedoch in regelmäßigen Abständen mit Nahrung konfrontiert ist,wird die meiste Energie dafür aufgewendet, diese zu verdauen und zu verwerten.

Durch Stoffwechselprozesse fallen in jeder Zelle Zwischen- und Abfallprodukte an. Diese müssen entsorgt werden, denn sie lagern sich sonst an und hemmen die Zelle in ihren Funktionen, was sich in Leistungsschwächen, vorzeitiger Alterung und Infektanfälligkeit äußern kann. Diese zellulären Aufräumarbeiten finden daher vor allem nachts statt, wenn ihnen keine Nahrungszufuhr im Wege steht. Verlängert man die Nahrungskarenz jedoch über die Nachtruhe hinaus, wie etwa durch Weglassen des Frühstücks oder des Abendessens, hat jede Zelle mehr Zeit, um sich um ihren zellulären Müll bzw. den Abbau von Giftstoffen zu kümmern. Dies zuletzt auch, weil jedes Organ zu bestimmten Tageszeiten seine Höchstleistung sowie seine Erholungsphasen hat (Stichwort Organuhr). Längeres Nicht-Essen entlastet sämtliche Organe und verbessert somit ihre tägliche Entgiftungsleistung. Kein Organ profitiert wohl mehr davon als die Leber, die während der Fastenperioden die Produktion von Enzymen fördert, welche die Entgiftung vorantreiben.

Zitronenwasser trinken statt üppigem Abendessen: Zelluläre Aufräumarbeiten finden vor allem nachts statt. Verlängert man die Nahrungskarenz, hat jede Zelle mehr Zeit, um sich um den Abbau von Giftstoffen zu kümmern. (Foto: miniseries/iStockphoto.com).

Fettverbrennung

Laut Fastenexpertin und Referentin der Österreichischen Gesellschaft für Gesundheitsförderung Mag. Dr. Ulrike Borovnyak ist jedoch der Darm unser größtes Ausleitungsorgan, weil er mit allen Darmzotten die Fläche eines Fußballfeldes abgedeckt. Damit bietet er dem Körper eine enorm wirkungsvolle Entgiftungsfläche. „Außerdem kommt es beim Fasten zu einer Stoffwechselumstellung, wodurch statt Glukose (Zucker) als Hauptenergiequelle Fett herangezogen wird. Es entstehen sogenannte Ketonkörper, die auch eine reinigende Wirkung haben“, so die Expertin. Durch die verstärkte Fettverbrennung, werden vermehrt Toxine aus dem Fettgewebe mobilisiert. Diese sollten allerdings durch adäquate Bindemittel (z. B. Chlorella Algen, Mikronährstoffe) gebunden werden, um vom Körper auch ausgeschieden zu werden. Da gerade die Ausscheidungsorgane essenziell beim Entgiften sind, werden diese besonders bei längerer
Nahrungskarenz hochaktiv. Generell gilt der Morgen bzw. der Vormittag als Ausscheidungsphase.

Wenn man es schafft, zur ersten Tageshälfte nichts zu konsumieren und die Ausscheidung mittels körperlicher Bewegung anzuregen, leistet man schon sehr viel hinsichtlich Entgiftung und Gesundheit. Zudem sind Zellen – sofern man ihnen die Zeit dazu gibt – in der Lage, beschädigte Zellteile, Stoffwechselabbauprodukte und giftige Proteine zu recyceln. Dieser Prozess der „Autophagie“ ermöglicht es dem Körper sogar, solchen biologischen Abfall zu Nährstoffen umzuwandeln. Ein Grund, warum man beim Fasten keinen Heißhunger bekommt. Wichtig zu beachten ist, dass Fasten nicht für jeden
geeignet ist. Es sollte immer abgewogen werden, welches Fastenregime sinnvoll ist. Dem können Kontraindikationen wie Schwangerschaft bzw. Stillen, hormonelle Störungen, Diabetes oder Organerkrankungen entgegenstehen. Fasten sollte auch nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil betrachtet werden, es kann beide nur in ihrer Wirkung unterstützen.

Hilfsmittel zur Entgiftung

Damit der Körper sich der unliebsamen und mitunter gesundheitsschädigenden Stoffe entledigen kann,
muss er diese zuerst mobilisieren und binden, dann zu den Ausscheidungsorganen transportieren und folglich ausscheiden. Ein Problem falsch durchgeführter Entgiftungskuren ist, dass Toxine zwar mobilisiert,
aber nicht ausreichend gebunden werden. Somit verlassen sie zwar kurzfristig ihren Speicherort, werden aber mangels ausreichender Bindemittel im Körper weitertransportiert ohne ausgeschieden zu werden, um sich später woanders wieder abzulagern. Solche „Rückvergiftungen“ sind mitunter mit starken Beschwerden aller Art verbunden. Damit dies nicht geschieht, kann die Konsumation diverser Bindemittel
sinnvoll sein. Methylsulfonylmethan (MSM) ist eine organische Schwefelverbindung, der u. a. entzündungshemmende und entgiftende Wirkungen nachgesagt

  • Dabei muss man nicht jeden Monat viel Geld für Nahrungsergänzungsmittel ausgeben, denn die Natur hat bereits alles parat, was wir zur Entgiftung benötigen. Ballaststoffe in Obst und Gemüse (v. a. mit Bitterstoffen), Brennnesseln, Löwenzahn, Artischocken, Bärlauch, Koriander, Leinsamen und Zitrusfrüchte unterstützen beim täglichen Zellputz.

  • Dr. Borovnyak greift bei ihren Fastenbetreuungen auch auf die Einnahme von „Share Pflaumen“ und Effektiven Mikroorganismen zurück. Diese unterstützen die Verdauungsfunktion, ihre Einnahme wird bei Bedarf auch mit Einläufen ergänzt.

  • Wer den Körper zusätzlich unterstützen möchte, kann es mit der Chlorellaalge, die es in Pulverform, als Kapseln oder als Presslinge zu kaufen gibt, versuchen. Sie ist reich an Mikronährstoffen, Aminosäuren und Antioxidantien, bindet Schwermetalle sowie andere Toxine und fördert auch deren Ausscheidung. Bei mehrwöchiger Kur steigert man die Tagesdosis langsam auf etwa 2–3 g. Das Pulver lässt sich gut in Speisen, Säfte oder Smothies einrühren.

  • Methylsulfonylmethan (MSM) ist eine organische Schwefelverbindung, der u. a. entzündungshemmende und entgiftende Wirkungen nachgesagt werden. So wirkt sich deren Einnahme u. a. positiv auf die Leber und damit auf Entgiftungsprozesse aus. Weiters unterstützt MSM sämtliche Zellstoffwechselprozesse und fördert die Ausscheidung toxischer Substanzen. MSM wird als Pulver, Kapsel, Tablette oder in Gelform angeboten. Die Dosierung ist je nach Anwendungsgrund unterschiedlich. In der Regel werden 3–6 g täglich empfohlen.

  • Das Vulkangestein Zeolith wird in Kapsel- und Pulverform angeboten und kann aufgrund seiner porösen Struktur Schwermetalle, Pestizide sowie andere Umweltgifte im Verdauungstrakt – wie ein Magnet – binden und hilft, diese auszuleiten. Außerdem gibt Zeolithpulver auch in seiner Struktur gebundene Mineralien ab und fördert damit die Magen-Darm-Gesundheit. Dosiert wird Zeolith in der Regel mit etwa 3–5 g pro Tag und zwar als einmonatige Kur. Wichtig: ausreichend Wasser trinken, da das Vulkangestein auch enorm viel Wasser bindet.

Mehrtägige Fasten- und Entgiftungskuren sollten zunächst ausschließlich unter fachlicher Anleitung durchgeführt werden, mit etwas Erfahrung gerne in Eigenregie. Unumstritten sind die Chancen, die das Fasten bietet: Es hilft, den Körper zu entlasten, zu entschlacken und zu entschleunigen, achtsam zu werden, mehr Klarheit für sich zu gewinnen, die Sinne zu schärfen, die Konzentration zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Lesen Sie auch das Interview: “Fasten macht mutig”

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