Laut Studien sind Menschen, die über längere Zeit schlecht oder zu wenig schlafen, anfälliger für Infektionen bzw. für Erkältungsviren. Dabei ist das Schlafbedürfnis individuell verschieden. Im Durchschnitt benötigen Erwachsene sieben bis acht Stunden. Zudem ist es wichtig, auf ausreichende Entspannungs- und Ruhephasen im Alltag zu achten. Ob es nun Meditations- und Achtsamkeitsübungen sind, Yoga oder Qigong. Eine tägliche und persönliche kleine Auszeit – z. B. auch bei einem Waldspaziergang oder bei einem warmen Wannenbad – ist wichtig, um das eigene Immunsystem bei Laune zu halten.
Ausgewogen essen
Man kann es gar nicht oft genug erwähnen: Vollwertige Kost mit viel Obst und vor allem Gemüse enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die auch wichtig sind, um keinen Infekt zu bekommen. Da sind einzelne Wirkstoffe Nebensache. Sogar Sebastian Kneipp war schon dafür. Ihm ging es nicht um Ge- und Verbote, sondern vielmehr darum, dass jeder – seiner körperlichen Konstitution entsprechend – „einfache, ungekünstelte und nahrhafte Kost“ zu sich nimmt. Tipp: Wer mit Vitaminen punkten will, setzt auf Sanddorn. Die Beeren enthalten bis zu zehnmal so viel Vitamin C (Ascorbinsäure) wie Zitronen. Der Saft stärkt auf ganz natürliche Weise unsere Abwehrkräfte gegen Infekte. Bei Erkältung oder kurz davor: dreimal täglich zwei Esslöffel Sanddornsaft auf ein Glas Wasser trinken. Sanddorn enthält auch Vitamin E, Betacarotin und einige wichtige Vitamine der B-Gruppe. Ebenso ratsam: Äpfel – am besten Bioäpfel, da man sie mit der Schale essen kann. Sie stärken das Immunsystem im Darm. Bei trockener Kälte wichtig: ausreichend trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten. Dass mehr als die täglich empfohlenen 1,5 Liter Flüssigkeit erforderlich sind, ist allerdings nicht bewiesen.
Abhärten: Sauna & Güsse
Die Erwärmung der Körperoberfläche in der Sauna bedeutet, dass die Gefäße in der Haut weit gestellt werden und die Durchblutung zunimmt. Aber auch das Körperinnere erwärmt sich etwas. Um nicht zu überhitzen, bildet der Organismus Schweiß. Durch dessen Verdunstungskälte kühlt der Körper ab. Durch Kälteanwendungen nach dem Saunieren verengen sich die Gefäße wieder und die Körpertemperatur normalisiert sich. Ein Saunabesuch bedeutet für den Körper zwar eine Art Stress, aber langfristig gesehen handelt es sich um einen guten Trainingseffekt, denn der Organismus lernt, sich an Wärme- und Kälteunterschiede besser anzupassen. Da verwundert es nicht, dass Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen, seltener erkältet sind als solche, die dies nicht tun. Vorsichtig sein sollte man, wenn sich eine Erkältung ankündigt oder schon da ist. Dann schwächen uns die hohen Temperaturen und das anschließende abrupte Abkühlen setzt unseren Abwehrkräften nur noch mehr zu. Ebenso ist Saunieren bei Nieren-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei Schilddrüsenüberfunktion nicht zu empfehlen.
Ideal sind in den meisten Fällen Wechselduschen nach Kneipp oder ein Kneipp´scher Arm- und Knieguss mit kühlem Wasser. Diese bewährten Maßnahmen helfen dem Organismus, sich an Temperaturreize besser anzupassen. Wer will, kann sein Immunsystem zusätzlich mit Kneipp´schen Wadengüssen trainieren. Am besten täglich einplanen. Die Temperaturreihenfolge: warm beginnen, dann kalt, wieder warm, kalt aufhören. Wasser abstreifen, trocknen lassen, und abschließend immer ausreichend warm anziehen.
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