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Foto: Nuthawut Somsuk/IStockphoto.com
Durch Vermeidung von Standby-Verbrauch lassen sich im Einfamilienhaus bis zu 90 Euro jährlich sparen (Foto: Nuthawut Somsuk/IStockphoto.com).

Energiefasten

Auf Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten verzichten oder das Handy weniger nutzen. Während der 40 Tage Fastenzeit das Auto in der Garage stehen lassen. Mittlerweile gibt es unterschiedliche Methoden des Fastens. Was diese Methoden gemein haben, ist der Verzicht, um die Aufmerksamkeit auf sich, seine Mitmenschen oder Wesentliches zu lenken. In Anbetracht der steigenden Energiekosten und des Klimawandels, bietet sich in diesem Jahr Energiefasten an, um der Umwelt etwas Gutes zu tun – und das muss nicht automatisch mit Komfortverlust einhergehen. „Viele Menschen wissen gar nicht, wie einfach und mit wenig Aufwand man im Alltag schon Energie sparen kann“, sagt Dr. Gerhard Dell, Geschäftsführer vom Oberösterreichischen Energiesparverband.

Energieverbrauch kennen

Es ist generell ratsam, seine Energiekosten im Detail zu kennen. Dazu ist es hilfreich, eine Aufstellung sämtlicher Ausgaben des Haushalts für Heizung, Mobilität und Strom zu machen. Je nach Wohnsituation und Arbeitsweg sieht die Verteilung unterschiedlich aus. Allerdings sind durchschnittlich laut Berechnungen des Oberösterreichischen Energiesparverbandes die Energie-Ausgaben für das Heizen (40 Prozent) am größten, gefolgt von den Ausgaben für den PKW (30 Prozent), Strom (20 Prozent) und Warmwasser (10 Prozent).

Heizkosten senken

Da die Heizkosten in den meisten Haushalten am höchsten ausfallen, macht es hier besonders viel Sinn einzusparen. „Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur spart sechs Prozent an Heizkosten ein“, sagt Dell. Dreht man also die Heizung von 21 auf 19 Grad herunter, spart man schon 12 Prozent. In Bezug auf die Heizkosten ist auch das richtige Lüften entscheidend. „Wir stellen in unserer Beratung immer wieder fest, dass die Leute immer noch falsch lüften. Da sind dann Fenster im Winter den ganzen Tag gekippt. Pro Tag und Fenster sind das aber 50 Cent an Kosten. Bei drei Fenstern täglich kommt man aufs Jahr auch auf über 200 Euro, die man hier einsparen kann“, sagt Dell. Daher gilt: Zwei Mal am Tag Stoßlüften für fünf Minuten sind ausreichend, um neuen Sauerstoff in die Wohnung oder das Eigenheim zu lassen und die angestaute Luftfeuchtigkeit entweicht.

„Das größte Einsparungspotenzial daheim ist tatsächlich, die Temperatur zu senken und richtig zu lüften“, sagt der Experte. Daher empfiehlt er auch (um wenige Euro) ein Thermostatventil an den Heizungen anzubringen – für jene Haushalte, die nur Heizkörper mit einem Ein-und-Aus-Rad haben. „So lässt sich die Temperatur regeln. Und man hat die Kosten besser im Griff“, sagt Dell. Auch den Heizkörper regelmäßig zu entlüften, spart langfristig Geld, da der Heizkörper so effizienter arbeitet.

Immer im Standby?

Nicht direkt im Haushalt, aber dennoch großes Potenzial beim Energie- und Kostensparen bietet das Auto. Benzin sparend zu fahren rechnet sich auf die Dauer. „Fährt man statt 130 km/h auf der Autobahn nur 120 km/h spart man bereit zehn Prozent Benzin ein. Von 130 km/h auf 100 km/h sind es sogar 25 Prozent“, sagt Dell. 

Auch nicht zu verachten sind die kleinen Stromfresser daheim – vor allem durch sehr alte Geräte oder den Geräten im Standby-Modus. „Durch Vermeidung von Standby-Verbrauch lassen sich im Einfamilienhaus bis zu 90 Euro jährlich sparen, in einer Wohnung (bei ca. 70 m2) bis zu 50 Euro pro Jahr“, sagt Dell. Das betrifft Fernseher, PC, Laptop, Drucker, WLAN-Router, Küchenmaschinen und viele Kleingeräte wie beispielsweise Ladegeräte, die dauerhaft angesteckt sind. Tipp: Von Raum zu Raum gehen und bei jeder Steckdose überprüfen, ob Geräte eingesteckt sind. Geräte mit Standby-Verbrauch erkennt man an Kontrolllämpchen, Zeitanzeigen oder einem warmen Netzteil. Dann einfach bei Nichtgebrauch die Geräte vom Netz trennen, in dem man den Stecker zieht oder eine schaltbare Steckerleiste oder eine Zeitschaltuhr verwendet. „Auch beim Kühlschrank gilt: nicht kälter als notwendig“, sagt Dell. Im Kühlschrank sind sechs Grad, im Gefriergerät minus 18 Grad ausreichend. Wenn man hier die Temperatur nur ein Grad niedriger einstellt, steigt der Stromverbrauch des Geräts bereits um einige Prozent. 

Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur reduziert die Heizkosten um sechs Prozent (Foto: AndreyPopov/istockphoto.com).

Weitere Tipps für daheim

  • Wäsche bewusst waschen: Dank moderner Waschmaschinen und Waschmittel reichen für normal verschmutzte Wäsche 30 Grad völlig aus. Es muss auch nicht bei 90 Grad gekocht werden – außer bei sehr starker Verschmutzung, auch hier genügen 60 Grad für die Kochwäsche. Und die Wäsche an der Luft gratis trocknen lassen statt im Wäschetrockner. 
  • Restwärme nutzen: Ein Geheimtipp ist die Restwärme: Einfach Backofen und Herdplatten schon vor offiziellem Ende der Koch- oder Backzeit abstellen und so die Restwärme nutzen, um die Gerichte fertig zu garen. Deckel beim Kochen auch nicht vergessen. 
  • Bewusst Bügeln: Den Stromverbrauch beim Bügeln sollte man nicht unterschätzen. Daher gilt: Nur jene Kleidungsstücke bügeln, bei denen es wirklich notwendig ist. Auch hier die Restwärme nutzen: Einfach Bügeleisen früher ausstecken und die letzten Hemden mit dem noch heißen Bügeleisen glätten.
  • Neukauf von Elektrogeräten: Steht ein Neukauf an, sollte man auf das Energie-Pickerl achten. Es bewertet den Energieverbrauch auf einer Skala von A bis G. So spart man schon beim Kauf Kosten und Energie für die nächsten zehn bis 15 Jahre.  
  • Warmwasser sparen: Wasser zu erwärmen, verbraucht viel Energie. Gänzlich ohne Komfortverlust lässt sich sparen, wo Warmwasser ungenutzt in den Abfluss läuft: während des Einseifens beim Duschen, beim Zähneputzen oder beim Küchenwaschbecken. Wassersparende Armaturen helfen, den Wasserverbrauch zu senken.
  • Duschen statt Baden: Ein Vollbad benötigt ca. 150 bis 200 Liter Warmwasser, eine 5-Minuten-Dusche dagegen meist weniger als 50 Liter. Ein wassersparender Duschkopf ermöglicht zusätzlich, den Wasserverbrauch beim Duschen deutlich zu senken. 

Jetzt starten

Im Prinzip sind alle Tipps reine Gewohnheitssache. Einfach einmal für eine Zeit lang mit weniger Raumtemperatur leben, sparsamer duschen oder auf die zitierte Restwärme achten sowie spritsparend Auto fahren und man wird bemerken, es geht auch so – ohne groß an Komfort zu verlieren. Für die Umgewöhnung und den bewussten Umgang mit unserer Energie eigenen sich die Fastentage hervorragend. Einfach ausprobieren.  

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