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Auch ein Kneipp-Aktiv-Club ist eine sehr gute Anlaufstelle, um Nähe zu Gleichgesinnten zu finden und ein neues soziales Umfeld aufzubauen (Foto: lrasonja/pixabay.com).
Auch ein Kneipp-Aktiv-Club ist eine sehr gute Anlaufstelle, um Nähe zu Gleichgesinnten zu finden (Foto: lrasonja/pixabay.com).

Einsamkeit belastet

Sie ist still. Sie ist kaum zu sehen. Und sie ist dennoch überall in der Gesellschaft verbreitet. Einsamkeit. Über sie ranken sich auch viele Mythen. Denken wir an einsame Menschen, kommt schnell das Bild von einer alten Person in den Kopf, die alleine und traurig irgendwo in ihrer Wohnung sitzt. Dass Einsamkeit aber die gesamte Gesellschaft und jedes Alter betreffen kann, ist längst in mehreren Studien bewiesen. So können selbst Kindergartenkinder einsam sein. Aber wie einsam ist Österreich?

Dieser Frage geht die Caritas regelmäßig nach. „Wir sehen, wie stark das Phänomen Einsamkeit in Österreich heute verbreitet ist. Jeder Vierte wünscht sich mehr soziale Kontakte, so das Ergebnis einer Studie, die wir in Auftrag gegeben haben“, sagt Klaus Schwertner, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. Insgesamt geben 17 Prozent der Befragten an, dass sie Sozialkontakte durch die Preisanstiege der jüngeren Vergangenheit einschränken mussten. Besonders hoch ist dieser Anteil bei Personen mit einem Haushaltseinkommen bis 1.500 Euro: Hier musste mehr als jeder Dritte seine Sozialkontakte reduzieren. Insgesamt räumt fast jeder Dritte ein, dass seine Lebensqualität durch Einsamkeit verringert wird.

Schambesetzt

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass Einsamkeit ein Thema ist, über das kaum gesprochen wird. Jeder Zweite ist überzeugt: Einsamkeit ist ein Tabuthema. „Im direkten Gespräch sagt niemand gerne, dass er einsam ist. Das Thema ist genauso schambesetzt wie Armut“, sagt Schwertner. Alleinsein und Einsamsein sind zwei verschiedene Paar Schuh. Während ersteres ein gewählter Zustand der Ruhe und Selbstverbindung ist, steht zweiteres für ein empfundenes Fehlen von Nähe. Einsamkeit ist also vor allem der Wunsch nach mehreren oder tieferen sozialen Kontakten. Wird dieser Wunsch nicht erfüllt, sind Traurigkeit und das Gefühl von Getrennt-Sein vorherrschend. Das kann auf Dauer auch krank machen. „Wir müssen als Gesellschaft den Zusammenhalt mehr stärken und diesen Menschen das Gefühl geben, dass wir sie nicht im Stich lassen“, betont Schwertner. Er wünscht sich von der Politik viel mehr Aufmerksamkeit zu dem Thema: „Andere Länder haben beispielsweise einen eigenen Regierungsbeauftragten gegen die Einsamkeit. Es bräuchte einen nationalen Aktionsplan und flächendeckende Angebote in ganz Österreich, um die Einsamkeit zu bekämpfen.“

Mut haben

Abseits nötiger politischer Initiativen gibt es sowohl von der Caritas, aber auch dem Hilfswerk oder anderen sozialen Einrichtungen Angebote, die einsamen Menschen helfen können. Auch ein Kneipp-Aktiv-Club ist eine sehr gute Anlaufstelle, um Nähe zu Gleichgesinnten zu finden und ein neues soziales Umfeld aufzubauen. Am besten man informiert sich in seiner Region, welche Möglichkeiten es gibt, wieder mehr mit Menschen in Kontakt zu treten.

„Ich weiß, das braucht Mut und Überwindung, darum versuchen wir die Angebote so niederschwellig wie möglich zu machen“, erklärt Schwertner. Der Caritasdirektor spricht beispielsweise das Plaudernetz (siehe Kasten) an, bei dem sich einsame Menschen melden und mit einem der 4.100 ehrenamtlichen Plauderpartner ins Gespräch kommen können. „Am Anfang mag das vielleicht seltsam sein, mit einem Fremden zu plaudern. Aber relativ schnell kommt man auf Gemeinsamkeiten drauf und spricht über das, was einem am Herzen liegt“, sagt Schwertner. Manchmal braucht es wieder ein wenig Mut, um auf Menschen zuzugehen, um in echte Verbindung zu kommen. Neue Kontakte zu knüpfen fällt vor allem älteren Menschen schwerer. Umso wichtiger ist es, bereits im mittleren Alter regelmäßig seine sozialen Kontakte zu pflegen. Schwertner: „Wir haben alle immer viel Arbeit, Hobbies, aber vergessen plaudernetz.at Sie nicht, Ihre Freundschaften zu pflegen.“

Info: Plaudernetz

Das Plaudernetz ist für alle da, die auf der Suche nach einem guten Gespräch sind. Wenn du unter der Telefonnummer 05 1776 100 anrufst, wirst du mit Plauderpartner*innen verbunden, die sich bei uns freiwillig gemeldet haben, weil sie gerne plaudern und zuhören. Probier’ es aus. plaudernetz.at

Lesen Sie auch das Interview dazu: „Es ist ein Mythos, dass einsame Menschen keine Freunde haben.“

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Dem Österreichischen Kneippbund gehören heute mehr als 30.000 Mitglieder an, denen in rund 200 Kneipp Aktiv-Clubs ein vielfältiges Gesundheitsprogramm angeboten wird. Regelmäßig erscheint zudem die Kneipp-Zeitschrift – mit vielen praktischen Tipps für mehr Gesundheit im Alltag.

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