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Sein großer Traum war es schon immer Sänger zu werden (Foto: KK).
Sein großer Traum war es schon immer Sänger zu werden (Foto: KK).

„Eine Schwäche von mir ist das Essen“

KNEIPP: Warum haben Sie Ihre Heimat Argentinien verlassen?

Mein großer Traum war, Sänger zu werden. Dazu habe ich in Argentinien keine Möglichkeit gesehen. Und so bin ich im März 1985 mit einem One-way-Ticket nach Spanien geflogen und habe sechs Monate an der Costa del Sol als Straßensänger gearbeitet. Dort bekam ich ein Angebot für Ostia in Italien, was dann aber nicht zustande kam. So zog ich von dort weiter nach Rom, wo ich wieder in Restaurants und als Straßenmusiker sang. Schließlich landete ich in Innsbruck, im schönen Österreich. Und hier begegnete ich meinem Schicksal.

Welchem Schicksal?

Ich sang in einer Pizzeria, und ein hübsches Mädchen gab mir dafür 20 Schilling. Das war der Beginn einer lebenslangen Liebesgeschichte. Fünf Jahre später, 1991, haben wir geheiratet.

Sie und Ihre Frau Gabi haben sich aber 2020 getrennt. Es gab zwar keine Scheidung, aber Sie sind von zuhause ausgezogen und haben in einem Wohnmobil gelebt. Zwei Jahre später kamen Sie wieder zusammen. Was ist passiert?

Es war die Coronazeit, und ich war nicht gewöhnt, 24 Stunden daheim zu sein, sondern war immer viel unterwegs. Plötzlich hatte ich das Gefühl von Enge. Als ich Gabi sagte, dass ich eine Beziehungspause brauche, war sie zuerst nicht einverstanden. Aber ich musste einfach gehen. Durch unsere Töchter und die Enkelkinder hatten wir natürlich weiterhin Kontakt. Nach zwei Jahren rief ich sie an und fragte, ob ich wieder nachhause kommen darf. Gotteseidank hat sie zugestimmt. Es war wunderschön, wieder als Familie zusammen zu wohnen. Oft schätzt man etwas erst, wenn es nicht mehr da ist. Unsere Liebe ist seither noch gewachsen.

Sie litten damals an einer Depression. Was war der Grund dafür und wie sind Sie damit umgegangen?

Nach Corona waren die Türen plötzlich wieder offen, und ich wollte die vergangenen Jahre beruflich einholen. So gab ich manchmal zehn Interviews an einem Tag, reiste in kurzer Zeit 8.000 Kilometer und habe mich in jeder Hinsicht überfordert. Dann merkte ich, so geht das nicht mehr weiter. Ich fühlte mich furchtbar und musste auch Auftritte absagen. Also suchte ich einen Psychologen auf. Als es dann besser wurde, war mir klar: Ich will nie wieder in so eine Situation kommen. Ich darf es so sagen: „Es war eine Scheißerfahrung!“ Also änderte ich mein Leben. Ich mache heute regelmäßig Pausen, tue nur das, was sich richtig anfühlt und höre darauf, wenn mein Körper „Stopp“ sagt.

Sie erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Welche hat Ihnen am meisten bedeutet?

Für mich war jede einzelne Auszeichnung wichtig, denn schließlich zeigte sie immer die Anerkennung meiner Fans. Es war großartig, sie zu bekommen, und alle befinden sich bei mir zuhause in einer Vitrine.

Wer ist der Mensch hinter Semino Rossi? Stärken, Schwächen, Hobbies?

Ich will anderen Menschen helfen. Das habe ich von meiner Mami, die jedem, der in Rosario vor unserer Tür stand, etwas gab. Kein Geld, doch Nahrung oder Kleidung. Eine Schwäche von mir ist das Essen, wobei ich besonders Schokolade und Süßigkeiten mag. Darum muss ich auch auf mein Gewicht achten. Ich bin gelernter Rettungsschwimmer und schwimme auch heute noch gerne. Außerdem liebe ich das E-Bike-Fahren.

Sie tragen auf der Bühne immer ein Sakko. Hat das einen Grund?

Ich will elegant sein, auch aus Respekt gegenüber meinen Fans. Die Glitzerapplikationen lasse ich seit 20 Jahren von der Swarovski anfertigen. Seit dem Tod meiner Mutter trage ich auf der Bühne nur mehr schwarz.

Ihre Mutter starb Ende letzten Jahres. Sie hatten eine tiefe Bindung. Was haben Sie besonders an ihr geliebt?

Sie war Pianistin und eine wundervoll positive Frau, die das Glas immer halb voll sah. Ihr Leben lang war es ihr ein Anliegen, anderen zu helfen. Einmal kam sie zum Konzert, bei dem ich vor 9.600 Menschen sang. Die Leute waren begeistert, und meine Mami weinte danach. Sie sagte: „Du gibst den Menschen, was sie brauchen – Amor, Hoffnung und Zärtlichkeit. Deswegen lieben sie dich.“ Ich vermisse sie unendlich.

Beschäftigen Sie sich mit dem Tod?

Nein, dafür habe ich keine Zeit. Ich bin allerdings überzeugt, dass die Seele weiterlebt und wir uns wiedersehen.

Was tun Sie für Ihre Gesundheit in Bezug auf die fünf Säulen, die Pfarrer Kneipp definiert hat, also Ernährung, Bewegung, Wasser, Heilkräuter und Lebensordnung?

Ich esse alles, auch Fleisch und Pizza, bemühe mich aber, maßvoll zu bleiben, trinke viel Wasser, gehe gern spazieren. Außerdem achte ich darauf, dass ich um 22 Uhr im Bett liege, wenn ich abends keinen Auftritt habe.

Haben Sie einen bestimmten Glauben?

Ich bin katholisch, bete jeden Tag das „Vater unser“ und fühle auch eine starke Verbindung zu Mutter Maria.

Sie lieben Ihre Enkelkinder Leonhard (5), Sofia (3,5) und Valentina (5 Monate) sehr. Wie ist es, Großvater zu sein?

Für sie singe ich „Du bist ein Wunder“ von meinem neuen Album. Unsere Enkel haben das Leben für Gabi und mich noch einmal völlig verändert. Ich mache auch alles mit und sage nie nein! (lacht)

Neben Kindern und Enkelkindern haben Sie auch noch Patenkinder. Wie viele sind es mittlerweile?

Vier in Afrika, drei in Peru, eines in Mexiko, acht in Argentinien und eines in Costa Rica. Sie gehen zur Schule, lernen einen Beruf und drei studieren.

Sie sind jetzt 63. Gibt es etwas, das Sie unbedingt noch erleben wollen?

Eine Weltreise machen! Es gibt so viele Orte, die ich noch nicht gesehen habe, wie zum Beispiel Schweden, den Nord- und den Südpol, Schottland und viele mehr. Mein Sehnsuchtsziel ist allerdings Australien. Für so eine Reise würde ich mir auch sechs Monate frei nehmen.

Zur Person

Semino Rossi, Sänger, geb. 29. Mai 1962, Sternzeichen Zwilling. Mitte der 1980er-Jahre wanderte er aus Argentinien aus, um in Europa eine Karriere als Sänger aufzubauen. Vor 20 Jahren veröffentlichte er mit „Alles aus Liebe“ sein Debütalbum. Heute ist er begehrter Gast in großen TV-Sendungen. Anfang September 2024 erschien sein neues Album „Magische Momente“. Rossi ist seit 1991 mit der Südtirolerin Gabi verheiratet, hat mit ihr die Töchter Laura und Vanessa sowie drei Enkelkinder. Er lebt heute bei Innsbruck in Tirol.

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