Um das vielfältige Angebot an Getränken etwas leichter zu durchschauen, gibt es eindeutige Definitionen, was Saft, Limonade oder Nektar genannt werden darf. Dafür gibt es eine eigene Fruchtsaftverordnung, die im österreichischen Lebensmittelbuch festgehalten ist.
- Fruchtsaft. Ist zu 100 Prozent aus der jeweiligen Frucht. Er wird direkt gepresst oder aus Konzentrat (dem Saft wird Flüssigkeit entzogen, Konzentrat bleibt übrig) unter Zugabe von Wasser hergestellt. Es darf kein Zucker zugesetzt werden.
- Fruchtnektar. Beim Nektar muss der Saftanteil zwischen 25 und 50 Prozent betragen. Der Rest besteht aus Wasser und Zucker oder Honig. Der Zuckeranteil darf nicht mehr als 20 Prozent des Gesamtgewichts überschreiten.
- Fruchtsaftgetränk. Der Saftanteil beträgt sechs bis 30 Prozent. Neben Wasser und Zucker dürfen Fruchtsaftgetränke Aromen, Genusssäuren, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten.
- Limonade. Hier ist kein Fruchtsaftanteil vorzufinden. Ist der Hinweis auf Saft aufgedruckt, muss der Saftanteil drei bis 15 Prozent betragen. Neben Wasser und Zucker finden sich Aromen, Genusssäuren, Chinin (für bitteren Geschmack), Koffein, Molkenerzeugnisse, Farbstoffe, Vitamin C, Verdickungsmittel, Süßstoffe bzw. Konservierungsmittel in der Limonade.
- Fruchtsirup. Besitzt nur einen geringen Fruchtanteil. Es handelt sich um eine dickflüssige Fruchtsaftzubereitung mit bis zu 68 Prozent Zucker und Wasser.
Ist Saft besser als Limo?
Saft ist ein Produkt, das aus natürlichem Obst oder Gemüse hergestellt wird. Ihm darf zwar kein Zucker zugesetzt werden, jedoch enthält er von Natur aus nicht gerade wenig Zucker. Vergleicht man den Energie- und Zuckergehalt von Limonade und Saft, ergibt sich kaum ein Unterschied. Prinzipiell sollte Saft nicht als Durstlöscher für den ganzen Tag eingesetzt werden, sondern höchstens stark verdünnt zu einer Mahlzeit ab und zu genossen werden. So entspricht die Menge von 2 dl Saft ca. einer Obstportion. Bedenken sollte man, dass im Saft kaum noch Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten sind und frisches Obst als Obstportion zu bevorzugen ist.
Limonaden, die zuckerfrei sind, aber mit Süßstoffen gesüßt werden, stellen für einige eine kalorienarme Alternative dar. Tatsache ist, dass diese „Light“-Limonaden tatsächlich keine oder nur sehr wenige Kalorien besitzen und den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen. Problematisch ist allerdings, dass die Süßstoffe eine noch viel höhere Süßkraft als Zucker besitzen und das Getränk dadurch nach wie vor sehr süß schmeckt. Generell sollten wir von diesem Geschmack des Süßen wegkommen, da es auch hier zu einem Gewöhnungseffekt kommen kann. Daher gilt auch bei „Light“-Limonaden: Weniger ist mehr. Zusätzlich gibt es Höchstgrenzen für die Zufuhr an Süßstoffen (ADI-Werte). Diese werden mit „Light“-Getränken oft schneller erreicht als mit Lebensmitteln, denen Süßstoffe zugesetzt wurden. Vor allem Kinder erreichen aufgrund ihres niedrigeren Körpergewichts die Grenzwerte rascher als Erwachsene.
Am besten Wasser
Flüssigkeit ist lebensnotwendig, daher muss auf eine regelmäßige, ausreichende Zufuhr geachtet werden. Allerdings ist die Liste an idealen Durstlöschern relativ kurz. Der Großteil der erhältlichen Getränke enthält neben Zucker auch noch eine Reihe anderer Inhaltsstoffe, die für unsere Gesundheit nicht unbedingt förderlich wirken. Den größten Nutzen durch die Getränkevielfalt hat der Handel und nicht unser Körper. Der Griff zu einem „normalen“ Wasser lohnt sich daher allemal.
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