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Die Ursachen von Demenz können z. B. Ablagerungen im Gehirn, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen sein (Foto: LightFieldStudios/iStockphoto.com).
Die Ursachen von Demenz können z. B. Ablagerungen im Gehirn, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen sein (Foto: LightFieldStudios/iStockphoto.com).

Demenz erfolgreich vorbeugen

Jeder von uns wünscht sich, bis ins hohe Alter körperlich und geistig gesund zu sein. Doch mit den Lebensjahren steigt leider auch der Anteil jener Menschen, deren geistige Fähigkeiten mehr und mehr nachlassen. Wem ist es nicht schon passiert, dass er seine Brille verlegt hat, sich nicht mehr an Namen und Gesichter erinnern kann oder vergessen hat, was er eigentlich aus dem Keller holen wollte? Manche fragen sich, insbesondere wenn so etwas häufiger vorkommt, ob es sich dabei um den Beginn einer Form von Demenz handeln könnte. Das Wort „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß so viel wie „ohne Geist“.

Es handelt sich um ein Syndrom, das die Folge unterschiedlicher Krankheiten sein kann, die die Funktionen des Gehirns beeinträchtigen. Ursache können z. B. Ablagerungen im Gehirn, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen sein, durch die Nervenzellen abgebaut werden oder absterben. In Österreich leben mehr als 130.000 Menschen mit Demenz – Tendenz steigend. 2050 wird diese Zahl laut Prognosen der Statistiker auf etwa 230.000 angestiegen sein. Die Alzheimer-Erkrankung ist mit einem Anteil von etwa zwei Dritteln der Betroffenen die häufigste und bekannteste Form der Demenz. Gemeinsames Merkmal aller Demenzerkrankungen ist der Abbau der geistigen Leistungen. Bei den meisten Erkrankten verschlechtern sich die kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis, Sprache oder Denkvermögen. Dadurch wird es schwieriger, den Alltag eigenständig zu bewältigen. Bei einigen Demenzformen ändern sich das Sozialverhalten und die Persönlichkeit. Im Alter ist es nicht ungewöhnlich, ab und zu Dinge zu vergessen oder sich in neuen Situationen überfordert zu fühlen. Wenn die Probleme aber vermehrt auftreten, sollte man beim Hausarzt abklären lassen, ob es sich um eine normale Altersvergesslichkeit oder den Beginn einer Demenz handelt.

Was kann man beeinflussen?

Es gibt eine Vielzahl von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Demenz zu erkranken. Einige davon können nicht beeinflusst werden. Hierzu zählen z. B. Alter, Geschlecht oder eine genetische Veranlagung. Darüber hinaus gibt es aber Faktoren, auf die jeder Einzelne durchaus Einfluss hat. Nach vorliegenden Studien lässt sich das Risikoeiner Demenzerkrankung durch einen gesunden Lebensstil um 40 bis 45 Prozent verringern! Die Lehre von Sebastian Kneipp mit seinen fünf Säulen – Wasser, Heilkräuter, Ernährung, Bewegung und Lebensordnung – bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Risiko einer Erkrankung zu mindern und einer Demenz vorzubeugen. Übrigens: Medikamente können die Demenz höchstens um ein halbes Jahr verlangsamen. Die wirksamste Methode ist den Lebensstil zu ändern: Nicht rauchen, keinen Alkohl zu trinken, Neues erleben und Sport zu treiben sind die größten Hebel dabei.

Wasser

In der Hydrotherapie nach Kneipp werden verschiedene Wasseranwendungen eingesetzt, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Hierzu zählen zum Beispiel Wassertreten, Güsse oder Bäder. Es gibt verschiedene Studien, wonach die positiven Wirkungen des Wassers auch zur Vorbeugung von Demenz beitragen.


✓ Insbesondere kalte Wasseranwendungen wirken erfrischend und belebend. Sie fördern die Durchblutung und verbessern die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Eine bessere Durchblutung unterstützt die kognitiven Funktionen und kann das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz verringern.


✓ Regelmäßige Wasseranwendungen stärken das Immunsystem. Dadurch können auch jene entzündlichen Prozesse im Körper reduziert werden, die mit der Entwicklung von Demenz in Verbindung stehen.


✓ Warme Wasseranwendungen haben eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Sie helfen dabei, Stress abzubauen, der in chronischer Form ein bekannter Risikofaktor für Demenz ist.

Heilkräuter

Einige Heilkräuter werden traditionell verwendet, um die kognitiven Funktionen zu unterstützen oder die Symptome von Demenz zu lindern. Hierzu einige Beispiele:


✓ Ginkgo Biloba kann Studien zufolge die Durchblutung des Gehirns verbessern.


✓ Salbei enthält Antioxidantien und entzündungshemmende Substanzen, die ebenfalls die Gehirnfunktionen verbessern.


✓ Rosmarin unterstützt durch seine anregende und stimmungsaufhellende Wirkung die geistigen Fähigkeiten.


✓ Ginseng wird oft zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und zur Reduktion von Müdigkeit verwendet.


✓ Aus der Kurkumapflanze (Gelbwurz) wird Curcumin gewonnen, das entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften hat. Es kann dabei helfen, die Bildung von Beta-Amyloid-Plaques zu verhindern, die mit der Alzheimer-Demenz in Verbindung gebracht wird.

Achtung: Es ist wichtig, die regelmäßige Einnahme von Heilkräutern mit dem Hausarzt zu besprechen, besonders wenn auch Medikamente eingenommen werden. Heilkräuter können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben, und es sind nicht alle für jeden geeignet.

Ernährung

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention von Demenz. Schon Sebastian Kneipp betonte die Bedeutung einer natürlichen und abwechslungsreichen Kost. Antioxidantien, die in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, z. B. in Beeren oder grünem Blattgemüse, enthalten sind, können helfen, Entzündungen und Zellschäden im Gehirn zu reduzieren und das Fortschreiten von Demenz zu verlangsamen. Omega-3 Fettsäuren (z. B. aus Fisch, Leinöl oder Chiasamen) unterstützen ebenfalls die Gehirnfunktionen. Studien haben gezeigt, dass eine mediterrane Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und gesunden Fetten ist, das Risiko von kognitivem Abbau und Demenz verringern kann.

Bewegung

Sportliche Aktivitäten (Radfahren, Workouts, Laufen, Wandern, Schwimmen, Tanzen), aber auch Treppensteigen, tun dem Körper gut und können einer Demenzerkrankung vorbeugen.


✓ Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und kann helfen, neuronale Verbindungen zu stärken. Der Abbau kognitiver Fähigkeiten und das Fortschreiten der Demenz werden verlangsamt.


✓ Durch körperliche Bewegung können Entzündungsprozesse im Körper verringert werden, die zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer beitragen.


✓ Regelmäßige Aktivität fördert die Schlafqualität und reduziert Stress. Das verbessert die Gehirnfunktionen.


✓ Sport in Gruppen (z. B. Gymnastik-, Tanzkurse) fördert soziale Kontakte und reduziert zudem Einsamkeit und Isolation. Es empfiehlt sich, die Art und die Intensität der Bewegung auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse abzustimmen und als festen Bestandteil in den Alltag zu integrieren.

Lebensordnung

Der persönliche Lebensstil hat erheblichen Einfluss auf das Risiko, an Demenz zu erkranken. Zu den Risikofaktoren gehören u. a. Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 oder ein zu hoher Cholesterinspiegel. Diese Werte sollten regelmäßig kontrolliert und ggf. eingestellt werden. Rauchen und übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum können ebenso zu einer Schädigung des Gehirns führen. Hier einige Tipps, um die geistige
Leistungsfähigkeit zu fördern:


✓ Lesen, anregende Spiele, Musizieren oder das Erlernen neuer Fähigkeiten und Sprachen halten das Hirn aktiv und flexibel.


✓ Reisen, Abwechslung und neue Eindrücke fordern das Gehirn.


✓ Die Teilnahme an Kursen, Veranstaltungen oder Vorträgen erhält oder erhöht die kognitiven Fähigkeiten.


✓ Soziale Kontakte (Familie, Kollegen im Job, Freundeskreis) haben eine schützende Wirkung auf das Gehirn. Menschen, die kaum soziale Kontakte haben, weisen ein höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen auf.


✓ Soziale Aktivitäten wie ehrenamtliche Tätigkeiten tragen zur geistigen Gesundheit und zum sinnstiftenden Wohlbefinden bei.


✓ Prüfen Sie, ob belastende Situationen reduziert werden können: Entspannungstechniken wie Yoga, Progressive Muskelentspannung oder gezielte Atemübungen helfen dabei, Stress abzubauen.


✓ Achten Sie auf ausreichenden Schlaf. Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für die Gedächtnisbildung und die Gehirnfunktionen. Chronische Schlafprobleme tragen zur Minderung der kognitiven Leistungen bei.

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