Zeckenschutz für Haustiere

Natur und Tierwelt erwachen jetzt aus dem „Winterschlaf“.

Gesundheit

Zeckenschutz für Haustiere

Natur und Tierwelt erwachen jetzt aus dem „Winterschlaf“.

Natur und Tierwelt erwachen jetzt aus dem „Winterschlaf“. Darunter auch so manche, für Mensch und Haustier unliebsamen Zeitgenossen, wie z. B. die Zecken. Wie können wir unsere Hunde (und Katzen) schützen? Und was wirkt besser – Naturmittel oder Chemie?


Durch Zeckenbisse können nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Hund und Katze zum Teil schwere Krankheiten über- tragen werden. Welche das sind, ist abhängig von der jeweiligen Zeckenart. Zudem verursacht die Klimaveränderung jahreszeitliche Verschiebungen, sodass es mittlerweile fast das ganze Jahr über Zecken gibt.


Ein Zeckenbiss kann nicht nur die typischen Erkrankungen wie Borreliose und FSME verursachen, sondern auch zu Nervenentzündungen, chronischen Erkrankungen, Gelenkentzünden, Nierenversagen, epileptischen Anfällen, entzündenden Augenkrankheiten (bis zur Netzhautablösung) und Herzschädigungen führen oder gar – in seltenen Fällen – einen tödlichen Verlauf nehmen. Bei manchen der von Zecken übertragenen Er- reger erfolgt die Infektion erst, nachdem sich die Zecke bereits längere Zeit an ihren Wirt geheftet hat. Eine rechtzeitige und umfassende Wirkung ist daher eine Voraussetzung für den best- möglichen Schutz.


Qual der Wahl


Wenn es um die richtige Zeckenabwehr geht, sehen sich viele Haustierbesitzer in der Zwickmühle. Die meist von Tierärzten empfohlene chemische Zeckenabwehr hält die Übeltäter zwar fern, kann aber auch den Organismus des Hundes oder der Kat- ze beeinträchtigen.


Andererseits ist die Wirksamkeit einiger natürlicher Zecken- mittel nicht erwiesen, sodass häufig doch wieder zur Chemie gegriffen wird. Viele der natürlichen Mittel eignen sich den- noch hervorragend als Prophylaxe und können auch neben der schulmedizinischen Zeckenabwehr unterstützend verwendet werden.



Welche Mittel stehen zur Verfügung?

 

Chemische Mittel

Chemische Mittel halten Zecken zwar fern, können aber auch den Organismus des Hundes oder der Katze be- einträchtigen.

8 bis 12 Stunden vollständig er- reicht. Der Effekt für die Zecken findet allerdings erst statt, nach- dem sie in die Haut des Tiere gebissen haben. Durch das Saugen des Blutes nimmt die Zecke den Wirkstoff zu sich und stirbt. Dadurch vermindert sich das Risiko einer durch Zecken ausgelösten Erkrankung erheblich.


Spotons

Diese werden dem Hund auf den Nacken geträufelt und oberhalb der Schwanzwurzel aufgetragen. Sie haben eine repellierende (abstoßende) Wirkung. Das bedeutet konkret: Durch die chemischen Inhaltsstoffe halten sich Zecken und andere Ungeziefer vom Hund fern. Typische Inhaltsstoffe eines Spot-on Mittels können sein: Pestizide (z. B. Organophosphat, Permethrin, Dimpylat), Nervengifte (u. a. Tetrachlorvinphos), Biozide (Fipronil). Wirksamkeit: ca. 4 Wochen.


Kautablette

Die Wirkung tritt ein, nachdem der Hund die Tablette zu sich genommen hat und bleibt über rund vier Wochen erhalten. Es gibt Präparate, die sogar einen dreimonatigen Schutz herbeiführen. Dieser Schutz betrifft aber nicht alle Krankheiten bzw. jede Zeckenart. Nachdem der Hund die Tablette geschluckt hat, setzt die Wirkung allmählich ein.

Allerdings kann es in einzelnen Fällen doch noch dazu kommen, dass der Hund eine Erkrankung übertragen bekommt, da Kautabletten keine repellierende (abstoßende) Wirkung haben.

Zeckenhalsbänder

Diese gibt es in verschiedenen Größen, d. h. für kleine bis große Hunde, sodass sie leicht am Hals anzubringen sind. Das Halsband wirkt wie ein Spoton, mit ähnlichen Inhaltsstoffen. Sie können aber für den Besitzer und andere Tiere im Haushalt fallweise gefährlich sein, da man mit dem Produkt wesentlich leichter in Kontakt kommt.

Darüber hinaus darf das Tier nach der Anwendung nicht mehr ins Wasser, da viele Stoffe für Gewässer und deren Bewohner giftig sind. Auch wichtig zu wissen: Die Wirkung des Spotons lässt nach, da es durch das Wasser abgewaschen wird.

Zeckenarten im Überblick

Gemeiner Holzbock


Die bekannteste Art der Schildzecken findet man meist in landwirtschaftlich nicht genutzten Gebieten. Der Gemeine Holzbock ist vor allem im Frühling und im Herbst aktiv, bei einer Temperatur zwischen 17 °C und 20 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 95. Der erste Höhepunkt ist im Mai und Juni erreicht, dann erneut ab Mitte September bis Anfang November. Der Holzbock kann sogar in den Alpen bis zu einer Höhe von 1.700 Metern vorkommen.

Krankheiten, die durch ihn übertragen werden können, sind u. a. Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie die Anaplasmose.


Braune Auwaldzecke

Sie siedelt bevorzugt in wenig kultivierten Feuchtbiotopen wie Wiesen- und Sumpfniederungen, aber zunehmend auch in städtischen Parks und Grünanlagen. Die Braune Wald- zecke ist vor allem im Frühling (schon ab Januar bis Juni) und im Herbst (September bis November) in der Natur zu finden.


Auwaldzecken sind Überträger von Babesiose-Erregern, die für Hunde sehr gefährlich werden können. Daneben können sie auch Bakterien aus der Gruppe der Rickettsien übertragen (verursachen u. a. Fleckfieber).

Braune Hundezecke


Kommt vor allem in europäischen Mittelmeerländern vor und bevorzugt Temperaturen zwischen 25 °C und 30 °C. Der Hund ist das bevorzugte Ziel dieser Zeckenart, sie befällt aber auch Katzen.


Die wichtigsten Hundekrankheiten, die durch Braune Hundezecken übertragen werden, sind die Ehrlichiose, die Babesiose und die Hepatozoonose. Erstere wird ausschließlich durch die Hundezecke übertragen und ist eine typische „Reiseerkrankung“.



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