Zum Inhalt springen

Beim Experten nachgefragt: Blütenstaub 2022

  • Allgemein
  • 2 Min. Lesezeit
Auf den Fensterbänken, dem Auto, den Gartenmöbeln … gelber Staub, soweit das Auge reicht! Die Belastung durch den Blütenstaub, der sich ausgehend von den Wäldern den Weg bis in die kleinsten Ritzen bahnt, scheint in diesem Frühjahr besonders hoch.

Wir haben beim Experten nachgefragt, woran das liegen könnte und wann das Ganze endlich wieder vorbei sein wird …

Dr. Helmut Zwander ist Biologe und Ethnobotaniker und wissenschaftlicher Leiter des Pollenwarndienstes des Amtes der Kärntner Landesregierung. Seit vielen Jahren schreibt er als Autor zum Themenschwerpunkt Natur und Heilpflanzen in unserem Gesundheitsmagazin „Kneipp BEWEGT“ und begeistert immer wieder auch bei diversen Kräuterwanderungen und Vorträgen unsere Kneipp-Mitglieder mit seinem beeindruckenden Wissensschatz.

Ist diese ungewöhnlich hohe Menge an Blütenstaub heuer ein „Aufschrei der Natur“ (Klimastress/Klimawandel)?

Antwort: „Es ist wirklich sehr ungewöhnlich, dass in den letzten Jahren so hohe Blütenstaubmengen freigesetzt wurden. Ich vermute, dass dies auf einen Klimastress / auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Auch der ansteigende CO2-Gehalt wird einen Anteil daran haben.“

Gibt es Veränderungen in der Vegetation, die die Bäume so heftig blühen lassen?

Antwort: „Eine Änderung in der Vegetation ist sicher nicht die Ursache für das heftige Blühen.“

Wird es derartige „Rekord-Pollenjahre“ in Zukunft häufiger geben?

Antwort: „Es ist davon auszugehen, dass solche Rekord-Pollenjahre in Zukunft häufiger auftreten werden. Das Diagramm (siehe unten) zeigt, dass die sog. Mastjahre der Fichte in immer kürzeren Abständen auftreten. Der heurige Pollenflug der Fichte ist noch nicht ganz beendet – viel Fichtenpollen wird aber nicht mehr freigesetzt werden.“

Quelle: Dr. Helmut Zwander

Wie lange werden uns diese Pollenwolken noch „quälen“?

Antwort: „Das Stäuben der Fichte und der Wald-Kiefer, welche für die Pollenwolken verantwortlich waren, ist für dieses Jahr zum größten Teil beendet. Die gute Nachricht: Die Fichte hat es noch nie geschafft, zwei Jahre hintereinander ein Mastjahr auszubilden. Nächstes Jahr wird es deshalb mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein sehr schwaches Stäuben der Fichte geben.“

Österreichischer Kneippbund

Dem Österreichischen Kneippbund gehören heute mehr als 30.000 Mitglieder an, denen in rund 200 Kneipp-Aktiv-Clubs ein vielfältiges Gesundheitsprogramm angeboten wird. Regelmäßig erscheint zudem die Kneipp-Zeitschrift – mit vielen praktischen Tipps für mehr Gesundheit im Alltag.