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Das Varizella-Zoster-Virus verursacht Gürtelrose (Foto: iLexx/iStockphoto.com).
Das Varizella-Zoster-Virus verursacht Gürtelrose (Foto: iLexx/iStockphoto.com).

Achtung, Gürtelrose

Die positive Nachricht ist, dass bei den meisten ansonsten gesunden Menschen eine Gürtelrose (Herpes Zoster, kurz HZ) in bis zu vier Wochen komplikationslos abheilt. Schwere Verläufe sind eher bei alten Personen, Immunschwachen und wenn etwa Gesicht, Augen, Ohren oder Gehirn betroffen sind, was selten der Fall ist, zu erwarten. Ob die frühzeitige Behandlung mit einem Virostatikum sinnvoll ist, um Komplikationen zu verhindern, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Der beste Schutz vor einer Gürtelrose ist heute die Impfung. Das heimische Impfgremium empfiehlt eine zweiteilige Impfung gegen HZ für Menschen ab 60 Jahren.

Erstinfektion meist schon als Kind

Nur wer mit dem Windpockenvirus infiziert ist, kann eine Gürtelrose bekommen. Mehr als 90 Prozent der Kinder sind schon im Alter von 11 Jahren mit diesem Virus infiziert. Kein Wunder, weil Windpocken durch Tröpfcheninfektion, also durch die Luft, übertragen werden. Nach Abheilen der Kinderkrankheit (2-fach-Impfung ab dem 1. Lebensjahr wird empfohlen), schlummern die Viren in Nervenzell-Körpern entlang des Rückenmarks im besten Fall ein Leben lang inaktiv. Werden sie jedoch aktiviert, bekommt man Gürtelrose. Rund 30 Prozent der Bevölkerung erkrankt einmal im Leben an HZ, die Hälfte davon im Alter über 50 Jahren.Erst einmal erwacht, sorgen die Viren für eine Entzündung entlang der Nervenbahnen, in denen sie sich ausbreiten. Typische Frühanzeichen sind mit leichtem Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Gliederschmerzen, noch eher unspezifisch. Im betroffenen Hautbereich kann es zu einem Kribbeln und Brennen kommen. Zwei, drei Tage später tritt in dieser Hautregion der typische Ausschlag mit kleinen Bläschen, Hautrötung und Schwellung auf. Er kann stark schmerzen, brennen und auch jucken. Neuropathische Schmerzen sind häufig in der Nacht besonders arg.

Mit einem meist einseitig gürtelförmigen Ausschlag ist der Bereich von der Wirbelsäule bis unter die Brust (entlang der Interkostalnerven) hauptbetroffen. Auch Arme (Unterarm, Armbeuge) und Beine (Oberschenkel, Kniekehle, Hüfte), Bauch, Po, Handrücken etc. können den Ausschlag zeigen. Bei stark geschwächtem Immunsystem kann er sich über den gesamten Körper verbreiten (generalisierter Herpes Zoster). „Dass mehrere Hautsegmente betroffen sind, kommt selten vor. Auch im Kindesalter zeigt sich die Gürtelrose sehr selten“, sagt der in Linz niedergelassene Dermatologe Dr. Johannes Neuhofer, der Betroffenen rät, bei ersten Anzeichen möglichst bald den Haus- oder Hautarzt aufzusuchen. Ist das Immunsystem eines Menschen besonders geschwächt, kann eine Gürtelrose mehrmals auftreten und schwer verlaufen. Im Normalfall bleibt es aber bei einer einmaligen Infektion.

Um sich anzustecken, braucht es einen direkten Kontakt zum Inhalt, sprich der Flüssigkeit in den Hautbläschen. Ist der Ausschlag ausgetrocknet und verkrustet, ist der Erkrankte in der Regel nicht mehr ansteckend.

Risiken für die Virusaktivierung

Die Gefahr, dass das VarizellaZoster-Virus aktiviert wird, steigt mit folgenden Risikofaktoren:

  • Geschwächte Körperabwehr. Daher sollte jeder Mensch seinen Beitrag zu einem starken Immunsystem leisten, zum Beispiel durch ausgewogene Kost, Bewegung, gutes Stress-management, ausreichend und guten Schlaf, Kneipp-Anwendungen wie etwa Wassertreten und Wechselduschen.
  • Alter. Die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nimmt mit dem Alter ab.
  • Krebserkrankung und Chemotherapie.
  • Großer Stress und psychische Belastung.
  • HIV-Erkrankung. In fortgeschrittenem Stadium kommt es zu einer Immunschwäche.
  • Intensive UV-Strahlung. Ein arger Sonnenbrand kann der Auslöser für die Infektion sein.
  • Andere Infekte Immunsuppressiva. Diese Medikamente dämpfen das Abwehrsystem stark.
  • Angeborene Immundefekte.
  • Extreme körperliche Belastung.

Je nach schwere behandeln

Die Infektionskrankheit wird je nach Stadium und Schwere behandelt. Erkrankte sollen auf jeden Fall eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Der Hautausschlag wird mit speziellen Tinkturen und Salben therapiert, die den Juckreiz stillen, die entzündeten Stellen trocknen und die Heilung beschleunigen. Auch Puder oder andere Hautpflegemittel können die Symptome lindern. „Sport soll bis zum Abheilen der Bläschen gemieden werden. Patienten sollen sich, ähnlich wie bei einer Grippe, auf jeden Fall schonen, ruhen und entspannen“, rät Dr. Neuhofer.

„Neben der symptomatischen Behandlung entscheidet der Arzt über die Verschreibung eines Virostatikums, um die Vermehrung des Varizella-ZosterVirus zu verhindern.“ Dr. Johannes Neuhofer

Neben der symptomatischen Behandlung entscheidet der Arzt über die Verschreibung eines Virostatikums (Tabletten oder Salben), um die Vermehrung des VarizellaZoster-Virus zu verhindern. Bei ansonsten gesunden Menschen heilt die Gürtelrose meist innerhalb weniger Wochen aus. Ist der Schorf abgefallen, können sich gelegentlich Narben bilden oder eine Pigmentstörung auftreten. Zu den bekanntesten Komplikationen zählen:

  • Post-Zoster-Neuralgie. „Wochenlange anhaltende Nervenschmerzen nach dem Abheilen des Ausschlags treten in 20 bis 30 Prozent der Fälle auf, bei alten Patienten häufiger“, erklärt Dr. Neuhofer.
  • Lähmungserscheinungen und Empfindungsstörungen. Diese können in der betroffenen Region auftreten.
  • Hirnhautentzündung. Vor allem dann, wenn das zentrale Nervensystem befallen ist.

Gürtelrose in der Schwangerschaft ist meist kein Problem für das Ungeborene, weil die Antikörper der Schwangeren auf das Kind übergehen. Für Schwangere gefährlich ist dagegen eine Erstinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, da die Mutter keine Immunität besitzt und es so zu Fehlbildungen oder Schäden am Fötus kommen kann.

Fazit: Bei Verdacht auf Herpes Zoster, unklaren Bläschen auf der Haut oder unklaren Nervenschmerzen, sollte man immer den Hausarzt konsultieren, damit dieser, wenn angezeigt, mit der unverzüglichen, adäquaten Behandlung einer Gürtelrose beginnt.

Info: Kostenlose Impfungen gegen bakterielle Lungenentzündung (Pneumokokken) und Gürtelrose (Herpes Zoster) stehen für Menschen ab 60 Jahren sowie für Risikogruppen flächendeckend in Österreich zur Verfügung.

Lesen Sie auch: Alzheimer und der Zusammenhang mit Herpes

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